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Es wird zwar auch noch an anderer Stelle auf diesen Seiten darauf hingewiesen, aber trotzdem nochmals extra:
Es ist meiner Ansicht nach nichts verwerfliches daran "zu finden", auf mittlerweile zerpflügten Hügelgräberfeldern zu suchen, schon gar nicht, wenn diese Funde gemeldet werden.
Verwerflich ist allerdings die Zerstörung von solchen Hügelgräbern in der blödsinnigen Annahme es verbergen sich dort ungeheure Schätze. Dass solche Aussage nicht meiner Phantasie entspringt, zeigt die Ausgrabung von 13 wirklich großen Hügelgräbern anno 1899 in Rhld. Pfalz. Angeführt nur die Gräber mit Funden:
Gefunden wurden:
Hügel 1: Durchmesser 18 Meter. In der Mitte eine NW-SO orientierte Körperbestattung auf dem gewachsenen Boden.Einzelne Scherben. In der Hügelaufschüttung Streuscherben
Hügel 3: Durchmesser 19 Meter. Größtenteils ausgegraben. Im Westeil des Hügels eine NNO-SSW orientierte, steinumstellte Körperbestattung . Gefunden wurden ein schlecht erhaltenes Skelett sowie eine Feuerstelle. Daneben das ebenfalls schlecht erhaltene Skelett eines großen Tieres, wahrscheinlich eines Pferdes. Zudem ein einzelnes Gefäß und ein Messer. 4-5 Meter entfernt ein großer und ein kleiner Bronzering. Ein Gefäß mit Schädelknochen.
Funde: 1. bauchiger Topf mit hohlem Standfuß. Graubraun und geglättet.
2. Hiebmesser Länge 32cm
3. kleiner Bronzering
4. Geschlossener Bronzeknöchelring
5. Scherben eines hohen bauchigen Gefäßes
Hügel 5: Durchmesser 15 Meter. In der Mitte eine NW-SO orientierte Grabgruppe 2,35m lang. Skelettspuren. Keine Beigaben.
Hügel 6: Durchmesser 11 Meter. Feuerspuren und verbrannte Scherben von zahlreichen Gefäßen. Eine Tonrassel und ein kleiner Bronzerechen und in der Aufschüttung eine Glasperle. Mit Sicherheit eine Scheiterhaufenbestattung.
Funde : 1. Fünf Stücke eines Bronzerechens. Vermutlich mit Kammanhänger. Verschollen
2. Kleine blaue Glasperle. Verschollen
3. Eine aus zwei Teilen zusammengesetzte Tonkugel 4cm
4. Flaschenartiges Fußgefäß. Verbrannt 32cm
5. Kleiner bauchiger Topf
6. Hoher hohler Standfuß mit umlaufendem Wulst
7. Schüssel. stark verbrannt
8. Zahlreiche meist verbrannte Scherben aus zahlreichen Gefäßen
Hügel 7: Durchmesser 15 Meter. In der Mitte einige Scherben
Hügel 8: Durchmesser 16 Meter. Ein Armband aus vierkantigem ca. 3cm dickem Bronzedraht, am ende Rillen. Einige Streuscherben
Hügel 9: Durchmesser 16 Meter. Einige Streuscherben.
Für alle Hügel ohne sichtbare Bestattung können beigabenlose Erdbestattungen angenommen werden.
Wie man sieht ist der wertvollste Fund etwa 500 € wert. Kein Gold, Kein Silber, kein Schwert. Ob es sich dafür "lohnt" ein Hügelgrab in nächtelanger Schwerstarbeit zu zerstören ist mehr als fraglich... selbst Big Mac Verkauf bei Mc Donalds dürfte im Verhältnis bei weitem einträglicher sein. Mal ganz abgesehen davon dass hier ein "wirkliches" Kulturdenkmal schwer beschädigt wird. Aber erfahrungsgemäß kann man einem vom Gold geblendeten schwerlich mit Vernunft kommen... eher schon mit der Wahrheit der Wertlosigkeit :-)
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