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Ein interessantes Suchgebiet sind sicherlich Hohlwege und Altsraßen, die in früheren Zeiten die Städte und Dörfer verbanden.
Es ist gar nicht so einfach, einen Hohlweg zu erkennen; es gibt viele Strukturen, die ähnlich aussehen. Deswegen eine Erklärung einiger dieser Bodenmerkmale:
Holzschurren
bilden an steilen Berghängen geradlinige Rinnen, in denen die Baumstämme durch ihr Eigengewicht zu Tal rutschen.
Holzschleifen
sind rinnenförmige Bodenspuren, die entstehen, wenn Baumstämme von Pferden oder Traktoren aus den Wäldern zu den Verladeplätzen geschleift werden. Beim Bergabschleifen bilden sich in den Rinnen mitunter Erdaufwürfe durch das Einstoßen der Stämme.
Viehtriebe
können mit der Zeit tiefe Rinnen bilden. Sie entstehen öfters dort, wo die Herden z. B. von den Weidearealen regelmäßig zu bestimmten Tränkorten getrieben werden. Zwischen Hochflächen und Tallagen bilden sich so mitunter Steilrinnen aus, weil die Tiere bergab den direkten Weg wählen. Mitunter knicken sie vor Hindernissen (Felsen, Bäume) plötzlich scharf ab, was sie von einem etwaigen Fahrweg unterscheidet.
Klein-Steinbrüche
sind öfters in Buntsandstein- und Muschelkalkbereich entstanden und haben rinnenförmige Ausmaße angenommen. Ursache dafür konnten die Besitzverhältnisse am Gelände sein, aber auch geologische Situationen. Erkenntlich sind sie daran, dass sie meist mit einer Steilwand enden und am Ausgang Fahrspuren ersichtlich sind.
Erosionsrinnen
treten in Kalkgebieten häufiger in Erscheinung. Dort wurden sie mitunter vor dem Landstraßenbau als Fahrwege genutzt, wobei sich tiefe Geleise bildeten. Diese können mitunter ein sehr hohes Alter haben.
Landwehrgräben
täuschen in ihrer Art streckenweise alte Fahrgräben vor, lassen sich jedoch gut durch ihren gleichmäßigen Verlauf über große Strecken unterscheiden.
Schutzgräben
wurden in früheren Zeiten zum Schutz von Ansiedlungen usw. angelegt. Nur selten haben sich davon Reste erhalten. Diese können in manchen Fällen das Aussehen von alten Fahrwegen haben, kennzeichnen sich jedoch durch ihre Lage zu bestimmten Komplexen.
Ehemalige Mühl- oder Bewässerungsgräben
haben oft Spuren im Gelände hinterlassen, die Hohlwegen täuschend ähneln. Sie unterscheiden sich jedoch von den letzteren dadurch, dass sie über längere Strecken fast waagerecht verlaufen und in Zusammenhang mit ehemaligen Mühlenstandorten oder Wiesenarealen gebracht werden können.
Hohlwege als Verkehrswegrelikte bilden indessen die Mehrzahl der besagten Bodenspuren. Sie sind seit der Benutzung des Wagens als Transportmittel entstanden und entstehen noch heute.
Der frühere Fußgänger- und Reitverkehr hat kaum noch erkennbare Spuren hinterlassen, dagegen zwang der Gebrauch des Wagens zu ganz bestimmten Trassen, auf denen sich im Laufe der Zeit die Fahrspuren tief einschnitten.
Die so entstandenen Hohlwege treten besonders an Hanglagen in Erscheinung, wo durch das Brems - Gleiten der Räder und verstärkte Hufbelastung des Bodens durch die Zugtiere ständig Bodenteile gelöst und durch Erosion verfrachtet wurden. Die alten Wegerouten benutzten bevorzugt trockene Höhenrücken, wie es sich deutlich im Thüringer Wald zeigt, wo die langauslaufenden Kämme dem Fahrverkehr dienten. Dort, wo diese schmale Grate bildeten, engte sich der Verkehr auf einzelne oder wenige Fahrspuren ein und es entstanden tiefe Hohlwegrinnen. Ähnlich wirkte starker Waldbewuchs. Dort, wo letzterer fehlte und das Gelände Hochflächencharakter hatte, konnten die Gespanne weit gefächert fahren, wobei sie kaum Spuren hinterließen.
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