In Großerlach ist der alte Stollen wieder begehbar
GROSSERLACH. Die schlechte Nachricht gleich vorweg: Auch anno 2001 ist kein Silber gefunden worden. Dennoch schoben sieben Schürfer am Samstag Schubkarre um Schubkarre aus dem alten Stollen, der vor mehr als 200 Jahren einige Spekulanten angezogen hatte.
Von Frank Rodenhausen
Die drei Bauern Hans Georg Jäcklen, Johann Christoph Wieland und Sigmund Wieland hatten die Großerlacher Silbergräberstimmung im Dezember 1772 ausgelöst. Sie waren auf ein blau glänzendes Gestein gestoßen, als sie einen Brunnen ausheben wollten. Als ein Bergrat namens Riedel dem Brocken Silbergehalt attestierte, war es um die Zurückhaltung des Dörfchens und der drei Bauern geschehen. Sie beantragten beim Grafen von Löwenstein, ein Silberbergwerk betreiben zu dürfen. "Gabe Gottes" wollten sie es ehrfürchtig nennen.
Auch der Graf witterte Silberluft. Das Bergwerk solle auf 132 Kuxen (Anteilsscheine) eingerichtet werden: 128 für die Companie und jeweils eine für die gnädigste Herrschaft, den Besitzer des Grund und Bodens, den Heiligen und die Schule sowie den Pfarrer für sein zu entrichtendes Gebet. Im Hirn des Blaublütigen klingelte es gewaltig: 1274 Pfund Silber oder umgerechnet 39 768 Gulden pro Jahr schob der Graf gedanklich bereits in den Anteils- und Steuersäckel. Vorausgesetzt, dass in 14 Tagen die kalkulierten 300 Zentner Erz gefördert und geschmolzen werden könnten.
...mehr...






Zitieren
