+ Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 16

Thema: Eisenmeteorit

  1. #1
    Stammuser Avatar von Taucher
    Registriert seit
    Aug 2001
    Beiträge
    364
    Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge

    Standard Eisenmeteorit

    Hallo Suchfreunde,
    ein Bekannter erzählte mir neulich, das aufgefundene Eisenmeteorite teilweise eingeschmolzen und z.B. zu Werkzeugen weiter verarbeitet wurden.
    Der sehr hohe Eisenanteil macht diese umgeschmiedeten Gegenstände schwerer als vergleichbare Gegenstände
    " normaler " Schmiedekunst.
    Dies soll mit ein Grund sein, das die Teile so selten gefunden werden.
    Weiß jemand mehr darüber, Mc.Schürf.etc. ?
    Danke und Gruß
    Taucher ( Micha )
    "Ich habe eine Diät gemacht und fettem Essen und Alkohol abgeschworen
    - in zwei Wochen verlor ich 14 Tage."
    (Joe E. Lewis)

  2. #2
    Aktiver User Avatar von McSchuerf
    Registriert seit
    Oct 2001
    Ort
    Hessen
    Beiträge
    52
    Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge

    Talking

    Hallo....

    ...am Beispiel des Eisenmeteoriten vom berühmten Canon Diablo in Arizona, USA, möchte ich folgendes erklären:
    Es wurden hierzu bis jetzt ca. 30 Tonnen meteoritischen Materials gefunden. (bereits 1891 wurden schon die Fe-Meteorite beschrieben)..sie gehören zum Typ der groben Oktaedrite und enthalten neben rd. 90% Eisen auch zwischen 7 und 8,5 % Nickel (..man denke da auch an die besonders stabilen und rostfreien Eisen-Nickel-Stahlegierungen zum Vergleich..!)..
    Sehr schön sind oft die beim Fall durch die Lufthülle entstandenen Schmelzgruben (Piezoglypten), sowie die dunkle Schmelzrinde!

    Man kann übrigens die Struktur bei Eisenmeteoriten dadurch sichtbar machen, dass man von zu untersuchenden Meteoriten ein Stück absägt und die entstandene Fläche poliert und anschliessend mit stark verdünnter alkoholischer Salpetersäure ätzt. Dabei entstehen auf so behandelten Flächen verschiedene Strukturen, die für die einzelnen Meteorite jeweils typisch sind..

    Besonders häufig zeigen die angeätzten Flächen die sog. Widmanstättenschen Figuren. Es sind dies bis zu mehrere mm breite parallel verlaufende Bänder, die sich je nach Schnittrichtung im Meteorit in verschiedenen Winkeln kreuzen und dazwischen mehr oder weniger grosse Felder einschliessen..

    Diese gut sichtbaren Strukturen sind durch die unterschiedliche Widerstandsfähigkeit der daran beteiligten Nickel-Eisen-Legierungen bedingt: Das Mineral Kamacit bildet den Hauptteil der Lamellen (daher auch 'Balkeneisen' genannt). Es wird von Taenit oder 'Bandeisen' an den Seiten eingefasst, während der Plessit als drittes Mineral schliesslich die Zwischenräume ausfüllt ('Fülleisen').
    Die gesetzmässige Anordnung der Widmanstättenschen Figuren entspricht übrigens der Anordnung der erwähnten Mineralplatten parallel den vier Flächenpaaren eines Oktaeders....

    Erste Versuche zur Herstellung künstlicher Meteorite erfolgten 1855, wobei damals jedoch noch keine wirtschaftlichen Interessen im Spiel waren. Man wollte mit diesen Versuchen vielmehr den Entstehungsmechanismus der Himmelskörper aufdecken. Die extremen Bedingungen der Meteoritenbildung waren jedoch nicht nachvollziehbar.

    Der grosse Seltenheitswert der Meteorite - der sich längst auch in beträchtlichen Kaufsummen auswirkt - hat selbstverständlich dazu geführt, dass man geschickte Fälschungen herstellte, die jedoch einer fachmännischen Prüfung nicht standhalten. Für den normalen Sammler und Schatzsucher jedoch sind dadurch finazielle Schäden nicht auszuschliessen..

    Aber auch sonst werden vor allem Schlacken, eisenhaltige und nickelhaltige Mineralien (z.B. Bohnerze, Magnetit, Limonit, etc..) und sogar Schwefeleisen-Konkretionen immer wieder von Findern irrtümlich als Eisenmeteorite - dagegen Klinkerbruchstücke, etc. als Steinmeteorite angesehen. Die Enttäuschung ist dann jedesmal sehr gross, wenn sich herausstellt, dass dies alles mit Meteoriten nichts zu tun hat....

    Ich meine, dass die Seltenheit des Auffindens von echten Meteoriten-Bruchstücken einmal daran liegt, dass viele echte Stücke wegen ihrer Häufigkeit einfach übersehen werden (hierbei handelt es sich vor allem aber um die Steinmeteoriten (Chondrite); die Eisenmeteorite sind auch sehr viel seltener runtergekommen.. ..auf der anderen Seite aber wahrscheinlich auch viele Einschlagsgebiete nicht mehr zu finden sind, da durch Erosion, Änderung des Meeresspiegels, Überwaldung, etc.. einfach zu gut versteckt...

    Eisenmeteorite sind natürlich immer stark magnetisch, egal ob mit höherem Nickelgehalt oder nicht....(also immer am besten für die Meteoritensuche einen gebrauchsüblichen Magneten mitnehmen..)

    Sicherlich ist auch einiges an Eisenmeteorit-Material eingeschmolzen worden..nur darüber fehlen mir die Informationen (d.h. von wem, wann, wo und in welchen Mengen...)..

    Gruss Peter.....

  3. #3
    Stammuser Avatar von MaMue
    Registriert seit
    Aug 2001
    Ort
    Bayern
    Alter
    43
    Beiträge
    1.055
    Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge

    Standard

    Ich meine, dass die Seltenheit des Auffindens von echten Meteoriten-Bruchstücken einmal daran liegt, dass viele echte Stücke wegen ihrer Häufigkeit einfach übersehen werden
    Hi Peter
    was meinst du mit häufig? Wie häufig liegt den sowas rum und wie schaut sowas jetzt genau aus (Steinmeteoriten ). Würd mich ja schwarz ärgern wenn ich "dauernd" an irgendwelchen Meteoriten vorbeilauf.
    ....mögest du leben so lange du willst und es wollen so lange du lebst
    (Keltischer Trinkspruch )

  4. #4
    Aktiver User Avatar von McSchuerf
    Registriert seit
    Oct 2001
    Ort
    Hessen
    Beiträge
    52
    Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge

    Talking

    Hallo MaMue...

    ...'häufig' ist natürlich nur ein relativer Begriff im Zusammenhang mit Meteoritenfunden..häufiger auf jeden Fall als Eisenmeteorite habe ich gehört...

    ...denn selbst habe ich ja auch noch keinen Steinmeteoriten -geschweige denn einen Stein-Eisenmetoriten (Pallasit) oder Eisenmeteoriten gefunden! das wäre wirklich zu schön um wahr zu sein...

    ...ich suche mal einen passenden Fotolink zu den Chondriten raus...dann sieht man wohl klarer....

    ...hier ist ein recht interessanter Link:

    http://home.germany.net/100-444791/d...ometen.html#19

  5. #5
    Stammuser Avatar von MaMue
    Registriert seit
    Aug 2001
    Ort
    Bayern
    Alter
    43
    Beiträge
    1.055
    Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge

    Standard

    Danke für den Link. Aber wenn du auch noch keinen hast, brauch ich wohl nicht groß zu gucken ob mir sowas zufällig vor den Füßen liegt. Werd doch mal einen kaufen müssen bei uns in der Volkssternwarte.
    ....mögest du leben so lange du willst und es wollen so lange du lebst
    (Keltischer Trinkspruch )

  6. #6
    Aktiver User Avatar von McSchuerf
    Registriert seit
    Oct 2001
    Ort
    Hessen
    Beiträge
    52
    Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge

    Talking

    ...ja ich habe auch nur mal ein paar Meteorite (z.B. einen Pallasit aus Chile, einen Eisenmeteorit vom Canon Diablo..) auf Börsen erstanden...und einen Eisenmeteoriten aus Sychote Alyn, Sibirien habe ich mir mal über einen Händler bestellt...über mehr Meteoriten verfüge ich auch nicht..



  7. #7
    Stammuser Avatar von MaMue
    Registriert seit
    Aug 2001
    Ort
    Bayern
    Alter
    43
    Beiträge
    1.055
    Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge

    Standard

    Hi McSchuerf
    Sag mal, was könnte den das für ein Steinchen sein. Fand ich heut aufm Acker. Klein, schwer, magnetisch? Er ist dunkler als er auf dem Scan rauskommt. Ich dachte einfach es ist keine Schlacke, denn die Schlacke die ich so gewöhnlich find, ist nicht so kantig.
    ....mögest du leben so lange du willst und es wollen so lange du lebst
    (Keltischer Trinkspruch )

  8. #8
    Aktiver User Avatar von McSchuerf
    Registriert seit
    Oct 2001
    Ort
    Hessen
    Beiträge
    52
    Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge

    Standard

    Evtl. Zackenlava? Lava und Bimssteinbrocken sind aber immer leicht, nicht schwer. Ich hätte schon auf Lava getippt.

    Ist es nun eigentlich magnetisch oder ist es nicht magnetisch?
    Wenn magnetisch, dann hoher Eisengehalt und auf jeden Fall wohl Magnetit-haltig aber ich glaube nicht, dass das abgebildete Stück ferromagnetisch ist.

  9. #9
    Stammuser Avatar von MaMue
    Registriert seit
    Aug 2001
    Ort
    Bayern
    Alter
    43
    Beiträge
    1.055
    Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge

    Standard

    Na ja, wenn man mit einem ordinärem Magneten rankommt, klebt der kleine auch schon dran, ergo magnetisch.
    ....mögest du leben so lange du willst und es wollen so lange du lebst
    (Keltischer Trinkspruch )

  10. #10
    Aktiver User Avatar von McSchuerf
    Registriert seit
    Oct 2001
    Ort
    Hessen
    Beiträge
    52
    Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge

    Standard

    Dann ist es Magnetit!

+ Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein