Kutenholzer Heimatverein spürt Ortsgeschichte im Boden nach

Kutenholz (al). Sechs Köpfe beugen sich über die aufgewühlte Erde. Sechs Menschen, die mit Spannung auf das Loch im Boden starren. Der Kutenholzer Heimatverein ist auf Schatzsuche – in einem Vorgarten.

Ein „Forscherteam“ um den Vereinsvorsitzenden Horst Hoferichter und Archivar Heinz Hauschild macht sich auf einem geschichtsträchtigen Hausgrundstück mitten im Dorf mit Spaten bewaffnet an die Arbeit.
Am 5. März 1944 krachte eine zweimotorige Messerschmitt Bf 110 während eines Übungsflug in das Vorderhaus. Das Flugzeug ging in Flammen auf, zwei Mann der Besatzung kamen um. Die weibliche Feuerwehr rückte an und verhinderte ein Inferno für das Dorf.
Heute ist davon nichts mehr zu sehen. Dort, wo das Flugzeug durch das Dach brach, ziert nun Rasen den Garten. Aber die Kutenholzer Heimatforscher wollen tiefer blicken, und nach Hinweisen auf das Unglück suchen. Die Sonde eines Metallsuchgeräts, das die nützliche Eigenschaft besitzt, Eisenschrott ausfiltern zu können, schwebt über dem Boden.
Systematisch sucht die Gruppe den Vorgarten ab. Und tatsächlich: Oft zeigt das Gerät mit lautem Piepen kleine Aluminiumteile an – die letzten Reste des Flugzeugunglücks. Emsiges Buddeln – und dann lange Gesichter: Die meisten der kleinen Flugzeugteile sind längst zu einer bröckeligen Masse korrodiert, anderes zu unförmigen Klumpen zusammengeschmolzen. Eine magere Ausbeute.

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