Verbirgt sich das Baktrische Gold noch in Afghanistan?

Die Unesco hat die Vereinigten Staaten mit Kartenmaterial versorgt, auf dem archäologische Stätten Afghanistans und anderes Kulturerbe des Landes verzeichnet sind. Wie der für Afghanistan zuständige Experte der Organisation, der Deutsche Christian Manhart, berichtet, will die UN-Kulturorganisation damit den amerikanischen Streitkräften die Möglichkeit geben, bei den Bombenangriffen auf militärische Einrichtungen der Taliban Kulturdenkmäler zu verschonen. Bisher seien durch die Bombardierungen Kulturstätten nicht beschädigt worden, sagt Manhart. Zusicherungen, daß das auch in Zukunft so bleiben wird, hätten die Amerikaner der Unesco jedoch nicht gegeben.

Auf den Karten ist nach Auskunft Manharts auch der Präsidentenpalast in Kabul verzeichnet. Dort vermuten Kulturerbe-Experten einen Schatz, der seit mindestens zehn Jahren als verschollen gilt: das sogenannte Baktrische Gold - 21 000 überwiegend vergoldete Schmuckstücke und Kunstwerke, die ein sowjetisch-afghanisches Grabungsteam 1979 in den Grabhügeln von Tillja-Tepe in der Nähe der Stadt Mazar-i-Sharif gefunden hatte (F.A.Z. vom 20. März). Der Schatz stammt aus dem ersten Jahrhundert nach Christi Geburt. Er ist das bedeutendste bekannte Zeugnis für die graeco-baktrisch-persisch-indische Mischkultur, die in der Region zu jener Zeit vorherrschte. Bei dem prunkvollen Fund handelt es sich um Grabbeigaben aus Fürstengräbern der Kuschan, eines seßhaft gewordenen Nomadenstamms aus den Steppen Mittelasiens, der damals die Region beherrschte.

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