Die Stadt stellte acht Meter tief unter dem Hachmannplatz eine Dokumentation zu den Beton-Ungetümen vor

Der frühere Durchgang der U2 vom Schauspielhaus zum Hauptbahnhof ist heute ein stillgelegter Nebentunnel, seit einigen Jahren verschlossen und wird von denen, die zur Bahn oder ins Theater gehen, längst nicht mehr beachtet. Dabei verbirgt sich dahinter, acht Meter tief unter der Erde ein 4000 Quadratmeter großer Luftschutzbunker. Durch eine unscheinbare Gittertür gelangt man auf einem abschüssigen Gang zu einer schweren Metalltür mit dem Hinweis "Quetschgefahr". Sie steht halb offen und führt direkt ins Innere des Bunkers. Dort sind an den kahlen, weißen Wänden schmale Holzklappstühle dicht aneinander montiert. Dicke Rohre ziehen sich an der Decke entlang, neben ihnen eckige Neonlampen. Die Toiletten sind mit giftgrünen Vorhängen abgetrennt und die Liegepritschen bestehen aus einem Metallgestänge und hauchdünnen Matratzen, die von Spiralen gehalten werden. Ein schwerer, muffiger Geruch durchzieht die flachen Räume mit den kalten Steinböden. Man hört leise das Grummeln der U-Bahn.
Der 1940 erbaute Luftschutzbunker ist kühl. Er wirkt langweilig und trist. Aber hübsch und wohnlich zu sein, war auch nie seine Aufgabe. Während des Zweiten Weltkriegs suchten hier mehr als 4000 Menschen Zuflucht, obwohl der Bunker nur für 1000 Schutzsuchende konzipiert ist. Das Gedränge auf 1447 Sitz- und Liegeplätzen muss unvorstellbar gewesen sein. Dennoch erfüllte der Bunker seinen Zweck, er rettete Leben. Knapp 1000 weitere Hamburger Bunker, von denen heute noch rund 700 erhalten sind, sicherten das Überleben von 47 Prozent der Bevölkerung.

Hamburg ist das erste Bundesland, das sich jetzt einen "flächenhaften Überblick über seine Bunkeranlagen" hat, so Prof. Dr. Eckart Hannmann vom Denkmalschutzamt. Er sieht diese Auflistung als "wissenschaftliche Grundlage", um Luftschutzbunker in die Denkmalliste eintragen zu lassen. Auch wenn die Vorstellung vom Bunker als Denkmal einen fahlen Beigeschmack hat. Dennoch sind die Beton-Ungetüme Relikte, die an vergangene Zeiten erinnern und die ausweglose Situation der Menschen angesichts des Krieges vor Augen führen.




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