Bonn. Das Bonner Landgericht muss klären, wem ein Ölgemälde von August Macke gehört. Das Bild war vor zehn Jahren auf dem Sperrmüll entdeckt worden.
Der ebenso sachverständige wie glückliche Finder, ein Bonner Archäologe, der zur Zeit beim Deutschen Archäologischen Institut in Bolivien arbeitet, ist von einer in Kolumbien lebenden jüdischen Familie auf die Herausgabe des nicht signierten Bildes mit dem Titel "Waldrand" verklagt worden.
Den Richtern wird ein komplizierter Prozess über die Eigentumsverhältnisse bevorstehen, sollten sich die Parteien nicht auf einen Vergleich einigen. Der Streitwert wurde auf 50000 Mark festgesetzt.
Als bewiesen gilt bisher zumindest: Das auf unerfindliche Weise auf dem Müll gelandete Kunstwerk hatte der Bonner Expressionist August Macke Anfang des vergangenen Jahrhunderts am Tegernsee gemalt und im Dezember 1910 für 80 Reichsmark an den Bonner Kaufmann und Kunstliebhaber Emanuel Oberländer verkauft.
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