Hallo Albertus,

Pingenfelder wie im Bergbaugebiet bei Berg vor Nideggen an der Neffelquelle gab es in der Reinbacher Gegend nicht.
In der Rheinbacher Gegend wurde nicht auf Blei gemutet (nicht etwa vermutet, gemutet wird bergmännisch auf vorhandene Bodenschätze), dort ging es um Kupfer, Zink und Zinn, wie ich beim Oberbergamt in Aachen erfuhr. Leider sind alte Bergbaukarten des Revieres während des Krieges – das damalige Oberbergamt Bonn war zuständig – verloren gegangen bzw. durch Brand vernichtet worden.
Der Rheinbacher Bergbau wurde mit Schächten und Stollen angelegt. Bei dem vermuteten spätrömischen Bergbau wird im Stollen-Untertagebau gearbeitet worden sein. Das Stollenmundloch ist kaum auszumachen und auch durch Luftbilder nicht kenntlich. Nach einigen Metern, bei gleichmäßigem Bergdruck von allen Seiten scheint das Gesenk, also ein abführender Stollen, in einem Sypon zu enden. Dies ist berg- und höhlentechnisch das Riskanteste, was man sich vorstellen kann. Allerdings, ob künstlich angelegt oder natürlicher Art – oft bei Höhlengängen der Fall – der beste Verschluß, den man sich vorstellen kann.
Wie beim Abflußknie. Zuschütten und dicht verschlossen, zudem unkenntlicher als eine vermauerte Wand. Wir haben Anlaß zur Vermutung, daß daneben sich ein weiterer Gang befindet. Sich in laienhaftem Verständnis dahin durchzubohren, könnte eine tötliche Angelegenheit werden.
Den Syphon zu erkunden und dahinter zu blicken, ist ein absoluter Fall für Spezialisten.
Frage ist, warum eine derartiger Stollen, vor meinen Recherchen aufgrund de Nibelungen-Überlieferung nicht bekannt, überhaupt dort existiert und warum ein derart sicherer Verschluß?
Stünde dem Verbringen eines derart großen Vermögens gut zu Gesichte.
Hagen v. Tronje wird sich den Ort schon genau ausgesucht haben.
Möglicherweise auch ein Heiligtum römischer Söldner für den damals durchaus beliebten Mithras-Kult – mit Baden des Einzuweihenden in Stiersblut (Siegfrieds Drachenblut läßt schön grüßen). Der Mithras-Kult war beim Heer beliebter als der christliche und als Kultstätten waren Höhlen bzw. auch aufgelassene Bergwerke favorisiert.
Wo es keine Höhlen für die kultischen Zwecke gab, wie bei Mithräen etwa im Kölner Stadtgebiet, wurde dem Zwecke entsprechend Kunsthöhlen (Keller) angelegt. Der größte im Kölner Stadtgebiet jemals gefundene, allerdings verschollene (geklaute?) Münzschatz, wurde in einem Mithräum gefunden. Diese dem Mithras geweihten Kultstätten bargen wohl oftmals großen Reichtum.
Dr. Walter Sölter, bis zu seinem Tode einer der bekanntesten Luftbild- und Industrie-Arcäologen (Die römischen Rheinlande aus der Luft) wähnte, Nibelungen hin oder her, daß ich lange von ihm gesuchten römischen Bergbau in der Nähe der Trasse der römischen Wasserleitung aus der Eifel nach Köln auf die Spur gekommen sei. Ebenso wie die Römer den erforderlichen Kalk in den von Sölter wieder zugänglich gemachten Brennöfen bei Arloff selbst gebrannt haben, werden sie auch die Mengen erforderlichen Werkzeuges nicht importiert, sondern die nötigen Metalle in der Nähe auch abgebaut und verarbeitet haben. Zwerge und Schmiede bildeten also auch im antiken Rheinland eine fruchtbare Symbiose.
Ich denke schon, daß auch für Sondengänger der Boden um die Neffelbach-Quelle noch einiges freigibt, was auf „König Niff und seine Unterirdischen (Zwerge/Bergleute)“ schließen läßt oder weitere Aufschlüsse zum Standort des Eburonen-Hauptsitzes Aduatuca preisgibt.
Das die Erde unter der Tomburg in Rheinbach-Wormersdorf noch Geheimnisse birgt, ist außer Zweifel.
Der Raum um die Swistquelle in Kalenborn ist auch noch jungfräulich, weil bislang außerhalb historischer Zusammenhänge.

Sehen wir weiter.

Gruß

masterTHief