Brüssel - Nato-Sprecher Yves Brodeur sagte, die Nato-Parter seien dabei, die Liste zu prüfen. Darin sei auch die Rede von einer möglichen Unterstützung für eine militärische Aktion sowie indirekter Hilfe im Kampf gegen den Terrorismus. Weitere Einzelheiten wollte er nicht nennen.
Den weiteren Angaben zufolge setzte die Regierung in Washington keine Frist, in der die ersuchte Hilfe zugesagt werden muss. Zudem seien die Anfragen nicht an konkrete Mitgliedstaaten der Allianz gerichtet. Am Dienstag hatte die Nato als Reaktion auf die Anschläge erstmals in ihrer Geschichte den Bündnisfall erklärt. Damit wird der Angriff auf die USA als Angriff auf die gesamte Allianz gesehen.
Bundeskanzler Gerhard Schröder sagte am Abend in Berlin, die USA hätten noch keine konkreten militärischen Anforderungen an einzelne NATO-Mitgliedstaaten gestellt. Zu den angeforderten Unterstützungsmaßnahmen zählten die Zusammenarbeit der Nachrichtendienste, der Schutz von US-Einrichtungen in den Mitgliedsstaaten, unbeschränkte Überflugrechte und die Überwachung des Luftraums. Die Bundesregierung habe ihren Vertreter im Nato-Rat angewiesen, "aktiv und offensiv daran mitzuwirken", dass den Anforderungen in vollem Umfang entsprochen werde, sagte Schröder.
Russlands Präsident Wladimir Putin sagte nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär George Robertson in Brüssel, zwar sei seine Regierung nicht von den USA konsultiert worden, doch sei ihm der Inhalt der Wunschliste bekannt. Es sei angemessen und normal, dass sich Washington an seine Verbündeten wende.
Jospin: Frankreich in Planung miteinbeziehen
Der französische Premierminister Lionel Jospin forderte von den USA die umfassende Beteiligung seines Landes an der Planung eines Gegenschlags nach den Terroranschlägen. Eine militärische Unterstützung setze die Teilnahme an der Ausarbeitung der Aktion und ihrer politischen Ziele voraus, sagte Jospin am Mittwoch in der Pariser Nationalversammlung. Zugleich kündigte der Regierungschef schärfere Sicherheitsmaßnahmen in Frankreich an.
Die Entscheidung über eine militärische Beteiligung würden der Staatspräsident und die Regierung treffen. Das Parlament werde angehört und während der militärischen Aktionen regelmäßig informiert, sagte der Premierminister. Paris sei einer Bitte Washingtons nachgekommen und habe den Luftraum grundsätzlich bereits für die US-Luftwaffe geöffnet. Französische Schiffe im Indischen Ozean sollen die dortigen amerikanischen Verbände unterstützen.
Der Kampf gegen den Terrorismus sei die Aufgabe der ganzen demokratischen Welt, erklärte Jospin. Der Premierminister sicherte den USA die Solidarität Frankreichs zu. Sein Land verdanke den Vereinigten Staaten den Sieg über Nazi-Deutschland.





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