London - Der britische und der amerikanische Geheimdienst haben dem "Guardian"-Bericht zufolge Erkenntnisse darüber, dass sich der von den USA gesuchte Islamist Osama Bin Laden vorige Woche in Kabul aufgehalten hat. Die britische Zeitung "Guardian" berichtete am Dienstag, es sei noch unklar, ob die Informationen über den Aufenthaltsort Bin Ladens von einem US-Aufklärungssatelliten oder durch einen Hinweis des pakistanischen Geheimdienstes ISI geliefert worden seien. Die Geheimdienste der USA und Großbritanniens hätten eine "ziemlich gute Vorstellung" davon, wo Bin Laden sich aufhalte, berichtete die Zeitung unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise.
Allerdings herrsche bei den zuständigen Stellen in beiden Staaten große Frustration darüber, dass es keine aktuellen Daten gebe, die einen Zugriff erlaubten. Die in Afghanistan herrschenden radikal-islamischen Taliban hatten am Sonntag erstmals mitgeteilt, dass Bin Laden sich im Land aufhalte. Er werde dort zu seinem eigenen Schutz versteckt.

Nach Angaben der afghanischen Opposition unterzog sich Bin Laden einer plastischen Operation, um nicht erkannt zu werden. Ein ungenanntes Mitglied der Nordallianz sagte der Teheraner Zeitung "Entechab", mehrere Schönheitschirurgen hätten Bin Laden operiert und dabei seine Kieferpartie verändert. Die Nordallianz sei bemüht, Fotos mit seinem neuen Aussehen zu erlangen.

Abenteuerlich auch die Spekulation des US-Senders NBC. Der meldet ohne Nennung von Quellen, der moslemische Extremist Osama bin Laden soll seiner Adoptivmutter zwei Tage vor den Anschlägen vom 11. September "große Neuigkeiten" angekündigt haben. Wie der US-Sender NBC am Dienstag auf seiner Internet- Site berichtet, hat Bin Laden seine Adoptivmutter al-Kalifa Bin Laden am 9. September kontaktiert und ihr gesagt: "In zwei Tagen wirst du große Neuigkeiten hören und von mir wirst du eine Weile nichts hören."