Vor 40 Jahren geplant: Jetzt ist der Bunker endlich fertig
Linnich-Glimbach. Nach Jahrzehnten Planungs- und Bauzeit ist gestern der NATO-Bunker Moolberg - Codename «Castle Gate» (Burgtor) - betriebsbereit an das Hauptquartier der Alliierten in Brunssum übergeben worden.
Der unterirdische Bau, sechs Stockwerke tief und rund 165 Millionen Mark teuer, ist als Ausweichmöglichkeit für die Führungseinrichtungen des Brunssumer Hauptquartiers konzipiert, das in Krisen- und Kriegszeiten Schutz vor äußeren Bedrohungen bietet. Die Anlage ist so ausgelegt, dass sie maximal sieben Tage lang völlig autark von der Umwelt genutzt werden kann.
Dass der Bunker künftig allenfalls für Manöver und Simulationen genutzt werde, war der Wunsch der Redner, die bei der offiziellen Übergabe an die NATO sprachen. Der überdimensionale Schlüssel - einem Burgtor durchaus angemessen - löste eine wahre Stafette aus. Er wanderte vom ehemaligen Finanzbauamt Erkelenz als Bauherrn über den Vertreter der Wehrbereichsverwaltung Düsseldorf in die Hände von Oberst Thomas C. Nunn, der den Schlüssel gleich an seinen Bunker-Kommandanten, Oberstleutnant Wolfgang Binkowski, weiterleitete.
Die Planungen für «Castle Gate» reichen bis zum Anfang der 60er zurück, als eine «sichere Burg» für zwei Nato-Stäbe in Mönchengladbach konzipiert wurde. Der Baubeginn erfolgte 1983, die Fertigstellung 1992. In der Zwischenzeit hatte sich die politische Lage grundlegend verändert. Nach Umstrukturierungen bei den Alliierten schien der Bunker zunächst überflüssig und lag lange «auf Eis». Erst 1998 wurde die Anlage «wiederentdeckt» und ihre Notwendigkeit für die NATO-Führungsstäbe in Brunssum konstatiert. Die «Möblierung des über 14 000 Quadratmeter großen Baus und der Einbau der elektronischen Infrastruktur folgten. Zwölf Stellen für Wartungsarbeiten wurden geschaffen.
Seitdem gibt es wieder Aktivitäten am Ortsrand von Linnich-Glimbach, das Anfang der 90er Jahre noch Ziel vieler Demonstrationen der Friedensbewegung war. So ist in direkter Nachbarschaft seinerzeit von buddhistischen Mönchen eine Friedenspagode errichtet worden.
Aachener Zeitung






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