Berlin - "Die Bundeswehr führt Aufträge aus, und diese Aufträge müssen erst einmal vorliegen", kommentierte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Dann wird darüber gesprochen", ergänzte der Sprecher. Die "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" berichtet, die Bundesregierung prüfe für den Fall einer militärischen Beteiligung an Anti-Terror-Aktionen der USA den Einsatz von bis zu 6000 Soldaten aus Heer, Luftwaffe und Marine. Dies sei reine Spekulation, teilte der Regierungssprecher mit.
Weiter heißt es in dem Zeitungsbericht unter Berufung auf die Bundeswehr, die Zusammensetzung der deutschen Streitkräfte für einen solchen Einsatz könne je nach den Anforderungen aus den USA flexibel gehandhabt werden. Daraus ergebe sich eine Größenordnung, die von 2000 bis 6000 Man reiche. Allerdings seien die konkreten Militärplanungen der US-Streitkräfte weiterhin unklar. Es gebe lediglich "abtastende Gespräche" auf militärischer Ebene über die Frage, was Deutschland könne und nicht könne.
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte in einem Interview mit derselben Zeitung gesagt: "Zurzeit gibt es weder die Feststellung des Bündnisfalles - also die Feststellung, dass der Angriff von außen kommt - noch eine konkrete Aufforderung der USA, militärische Hilfestellung zu leisten. Deshalb ist es falsch, darüber zu spekulieren, wie die Bitte aussehen könnte."

Der Regierungssprecher bezeichnete auch einen Bericht der "Bild am Sonntag" als Spekulation, wonach die USA planen, von Deutschland wie bereits im Golfkrieg 1991 Geld statt Soldaten anzufordern.

Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) kündigte den Bau eines deutschen Aufklärungssatelliten an. Der Minister sagte der "Welt am Sonntag", er wolle in der kommenden Woche ein Programm zur Verwendung der zusätzlichen Steuermittel für sein Ressort in Höhe von rund 1,5 Milliarden Mark vorlegen. Es gehe darum, dass die Bundeswehr noch schneller reagieren könne. "Dazu gehört die verbesserte Aufklärung über entstehende Krisen, ihre Vorbeugung und verbesserte Bekämpfung." Deshalb werde rasch der Vertrag zum Bau eines Aufklärungssatelliten mit Radartechnologie unterzeichnet. Die Bundesregierung hat ein Anti-Terror-Paket im Umfang von drei Milliarden Mark beschlossen. Davon sollen dem Verteidigungsressort 1,5 Milliarden Mark zufließen