Vor einigen Tagen hieß es bei den Taliban noch, Osama Bin Laden sei nicht aufzufinden. Jetzt haben afghanische Vertreter den mutmaßlichen Terrorchef wohl doch aufgespürt und ihm ein Dekret übergeben, wonach er das Land verlassen darf - freiwillig.
Islamabad - Die Taliban-Regierung geht davon aus, dass Bin Laden das Dekret der Taliban-Geistlichen vorliegt, in dem er zum Verlassen des Landes aufgefordert wird. Taliban-Informationsminister Kudrutullah Dschamal teilte am Donnerstag mit, er nehme an, ein Bote habe das Dekret Bin Laden persönlich übergeben. Es sei nicht möglich, Bin Laden telefonisch zu erreichen oder ihm ein Fax zu schicken, fügte Dschamal hinzu. Bin Laden verfüge nicht über moderne Kommunikationstechnologien, so dass der Bote vermutlich einige Zeit gebraucht habe, Bin Laden zu finden.
Dschamal fügte hinzu, dass Bin Laden sich noch in Afghanistan aufhalte. Es gebe keinen Grund zu glauben, dass er das Land verlassen habe. Bereits am Mittwoch hatte der Botschafter der Taliban in Pakistan, Mullah Abdul Salaam Saeef, im britischen Fernsehen gesagt, Bin Laden befinde sich in einem unbekannten Versteck. Die USA hatten Berichte, wonach Bin Laden vermisst sei, als unglaubwürdig zurückgewiesen. Der Rat der moslemischen Geistlichen der Taliban hatte Bin Laden in der vergangenen Woche aufgefordert, Afghanistan freiwillig zu verlassen, um so einen US-Angriff abzuwenden.
Irak: "Wir kennen Herrn Bin Laden nicht"
Der Irak bestritt unterdessen jegliche Kontakte mit dem mutmaßlichen Terroristenchef Osama Bin Laden. "Wir kennen Herrn Bin Laden nicht, und wir wissen auch nicht, wo er steckt", sagte der stellvertretende Regierungschef Tarik Asis in einem Interview des US-Senders CNN. Generell betonte der "Vize" von Saddam Hussein, dass Irak Terrorismus nicht befürworte, nicht unterstütze und auch keinen Terroristen im eigenen Land Unterschlupf gewähre. "Wir brauchen keinen Terrorismus, um unsere Ziele zu erreichen", sagte Asis. "Wir haben ein politisches System und setzen politische Mittel ein."





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