Wenn das keinen Eintrag ins Guinnessbuch wert ist. Hier gibt es eine Kristallgrotte, die als Naturwunder ihresgleichen sucht, den tiefsten Konzertsaal und die „reichste” Goldgrube der Welt. Zu sehen sind alle drei rekordverdächtigen Attraktionen an einem Ort: im Erlebnisbergwerk der Kali und Salz GmbH in Merkers.
Weder Unternehmen noch Gemeinde dachten je daran, im Guinnessbuch stehen zu wollen, als der Kalischacht vor nunmehr zehn Jahren – am 6. August 1991 – erstmals für Besuchergruppen seine Strecken öffnete.
Einheimische und Fremde waren neugierig. „Zu DDR-Zeiten gehörte der Kali-Bergbau zu den sensiblen Bereichen. Nur ein handverlesenes Publikum durfte in den Berg fahren”, erzählt Grubenleiter Hartmut Ruck. Noch steckte vielen Einwohnern von Völkershausen und anderen Kali-Orten der Schreck in den Gliedern, als der „Gebirgsschlag“ die Erde rumoren und Häuser zusammenklappen ließ. 1993 kam das Aus für den Kali-Standort Merkers, an dem etwa 5000 Bergleute unter und über Tage ihr Brot verdienten. „Wir machten aus der Not eine Tugend”, erinnert sich Ruck. Aus dem Schacht, in dem das Arbeitsleben früher pulsierte, wurde ein Museum.
Eine Bezeichnung, die Ulrich Göbel, Pressesprecher bei Kali und Salz, nicht gerne hört. Ihm ist das Wort „Erlebnis” vor dem Bergwerk wichtig. „Nirgendwo gibt es eine Schnur, die die Besucher von den Ausstellungsstücken fernhält. Auf die Fahrzeuge, Schrapper oder Scoops kann man sich setzen. Da erlebt man nicht nur begeisterte Schüler, sondern auch glückliche große Kinder”, lächelt Göbel. Es gibt keinen Schnelldurchgang mit Hobbyführern, die Gäste werden von gestandenen Fachleuten begleitet.”
Schließlich läuft das Besucherbergwerk neben dem funktionierenden Grubenbetrieb, dem heute noch die Verwahrarbeiten obliegen. „Nur so ist das Erlebnisbergwerk am Leben zu erhalten. Es solo zu betreiben, wäre zu aufwändig”, erklärt Ulrich Göbel. Und natürlich sind Reviersteiger Matthias Golle und seine neun Männer – drei Frauen arbeiten im Service – Bergleute geblieben. Mit „Glückauf” begrüßen sie jeweils 250 Besucher zu zwei Führungen von Dienstag bis Sonntag. „Für die meisten ist schon die Seilfahrt das erste große Erlebnis ”, weiß Matthias Golle. In nur 90 Sekunden saust der Förderkorb mit den Gästen in eine Tiefe von 502 Metern. Dann beginnt eine zweieinhalbstündige Entdeckungsreise durch ein für den Bergfremden unendlich erscheinendes Wege-Labyrinth.
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