Unter dem Arsenal sollen drei Tanks der Roten Armee "geparkt" sein
Wien - Dass es unter dem Wiener Arsenal weit verzweigte Tunnelanlagen gibt, ist bekannt. Auch, dass kaum jemand weiß, wie tief in den Boden hinein die k.u.k. Baumeister dereinst die Stollen trieben: Das Arsenal war schließlich ein Kasernenkomplex. Dass aber auch die Sowjets die Tunnelanlagen nutzten, wurde erst am Dienstag bekannt.
Jedenfalls behauptet dies ein Arbeiter: Drei T34-Kampfpanzer aus dem 2. Weltkrieg, berichtete der Mann der Polizei, habe er entdeckt. Allerdings nicht wenige Minuten vor der Meldung des martialischen Fundes, sondern schon vor drei Jahren: Als ihm bei Arbeiten in der Maiselgasse Werkzeug in einen Schacht fiel, sei er auf die drei Tanks der Roten Armee gestoßen.
Die daraufhin von Bundesheer, Polizei, Entminungsdienst und Feuerwehr gestartete Panzersuchaktion in der Umgebung des Arsenals brachte im Verlauf des Nachmittages aber zunächst nur Schutt und die Reste eines unterirdischen Gewölbes zutage. Laut Wolfgang Zapf, dem Stadthauptmann des Bezirks Landstraße, gehört der Bereich zu dem weit verzweigten unterirdischen Teil des Arsenals. Dieser sei bis zu drei Stockwerke tief und reiche bis zu 500 Meter um das Arsenal. Einst habe es dort sogar eine Brauerei gegeben.
In unmittelbarer Nähe befindet sich auch ein Schießkeller. In dem Gewölbe sollen während des Zweiten Weltkriegs Rüstungsgüter erzeugt worden sein.
Waffenlager denkbar
Eine der gängigsten Spekulationen im Umfeld der Sucharbeiten war, dass die Panzer - so es sie wirklich gibt - Teil eines von der Sowjetarmee zurückgelassenen Waffendepots sein könnten. Sollte man tatsächlich auf Kriegsmaterial stoßen, müsste man die Panzer auf ihre Sicherheit überprüfen. Danach bleibe die theoretische Frage der Bergung und der Verwertung.
Seitens der russischen Botschaft zeigte man sich Dienstagnachmitag skeptisch, ob wirklich Panzer der Roten Armee unter dem Arsenal stünden. Wenn ja, könne man allerdings überlegen, "sie einem Museum zu schenken".
Ob Panzer oder nicht: Die Suchmannschaften wären auch bei einem negativen Suchergebnis nicht unglücklich: Auf alle Fälle, so der leitende Staatspolizist vor Ort, Walter Koberger, habe man "eine gute Übung für die Einsatzkräfte, die ausgezeichnet zusammenarbeiteten" absolviert
Der Standard






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