Islamabad - Der afghanische Verteidigungsminister Mullah Obaidullah teilte mit, die Taliban hätten 300.000 zusätzliche Soldaten für die Armee mobilisiert. Die gut ausgebildeten und ausgerüsteten Soldaten sollten im Heiligen Krieg, dem Dschihad, gegen eine US-Invasion helfen, hieß es in einer Erklärung Obaidullahs. Afghanistan-Experten bezeichnen die Zahl allerdings als maßlos übertrieben.
Die oppositionelle Nordallianz hat sich im Norden Afghanistans in der Nacht zum Montag heftige Gefechte mit den regierenden Taliban geliefert. Ein Sprecher der Allianz, Mohammed Aschraf Nadim, erklärte, auf beiden Seiten seien mehrere Menschen getötet worden, die genaue Zahl der Opfer sei jedoch nicht bekannt. Die Allianz versuche, den Bezirk Ak Kupruk zurückzuerobern. Die Nachrichtenagentur AIP zitierte am Montag den Taliban-Sprecher Abdul Hai Mutmaen mit den Worten, Sari Basar in der Provinz Balch sei bereits am Samstagabend in die Hände der Nordallianz gefallen. Die Stadt liegt 100 Kilometer südlich der strategisch wichtigen Stadt Masar-i-Scharif, die die Nordallianz und ihre Verbündeten nach eigenen Angaben in den nächsten Tagen zu erreichen hoffen.
In der Nordallianz sind Mudschahedin-Gruppen zusammengeschlossen, die in den achtziger Jahren mit westlicher Hilfe gegen die sowjetischen Besatzungstruppen gekämpft hatten. In den neunziger Jahren führten diese Gruppen untereinander Krieg und zerstörten die afghanische Hauptstadt Kabul. Erst das Vorrücken der radikal-islamischen Taliban, die heute 90 Prozent Afghanistans beherrschen, hatte zur Entstehung der Nordallianz geführt. Sie hat den USA Hilfe beim Kampf gegen die Taliban angeboten. Die Nordallianz kontrolliert zwischen fünf und zehn Prozent des Staatsgebietes und hat vor einigen Tagen eine Offensive in den drei Nordprovinzen gestartet. Die Taliban-Gegner werden offenbar aus den USA und Russland mit Waffen versorgt.
Kasachstan ist nach den Worten von Präsident Nursultan Nasarbajew bereit, einen US-Militärschlag gegen Afghanistan mit allen verfügbaren Mitteln zu unterstützen. Dies schließe auch die Nutzung von Flugplätzen, Militärstützpunkten und des Luftraums ein, sagte Nasarbajew am Montag in der kasachischen Hauptstadt Astana. Zudem stehe Kasachstan mit anderen zentralasiatischen Staaten in Beratungen über die Bekämpfung des Terrorismus.
Kasachstan hat zwar keine direkten Grenzen mit Afghanistan, grenzt aber an Turkmenistan und Usbekistan, die Anrainerstaaten von Afghanistan sind.





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