Intensive Angriffsvorbereitungen der US-Streitkräfte: In der Golf-Region werden viele zusätzliche Militärmaschinen auf Basen und Flugzeugträgern erwartet - für einen Angriff nicht nur gegen Afghanistan?
Washington - In die Region um Afghanistan wurden nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums auch schwere Bomber vom Typ B-1 und B-2 geschickt. Dort sind bereits 350 US-Kampfflugzeuge stationiert. Auch hätten Elite-Einheiten der amerikanischen Streitkräfte eine Anordnung zur Entsendung in die Golf-Region und zum Indischen Ozean erhalten.
Ein General der Luftwaffe sei bereits in der Region, um einen Militärschlag zu steuern. Ein dritter Flugzeugträger soll auf der Fahrt in Richtung Mittelmeer sein. Tankflugzeuge vom Typ KC-135 hätten eine Luftbrücke gebildet, um die aus den USA an den Golf und zum Indischen Ozean beorderten Bomber in der Luft auftanken zu können.
US-Flugzeuge auch in Usbekistan und Tadschikistan?
Dutzende Kampfflugzeuge werden derzeit angeblich auch nach Kuweit, Saudi-Arabien, Oman und auf die Insel Diego Garcia im Indischen Ozean verlegt. Hinzu kommen 75 Flugzeuge an Bord des Flugzeugträgers "Theodore Roosevelt", der von Norfolk im Bundesstaat Virginia aus in Richtung Naher Osten aufgebrochen ist. Sogar in den GUS-Staaten Usbekistan und Tadschikistan ist möglicherweise eine Stationierung von Flugzeugen geplant.
Auch bei den Heeresverbänden soll es große Bewegungen geben. Das Heereskommando Spezialkräfte (Army Special Forces Command) in Fort Bragg (North Carolina) hat angeblich die Order erhalten, Truppen in die Reichweite Afghanistans zu verlegen. 1500 Marineinfanteristen aus Camp Lejeune (North Carolina) waren schon vorher ins Arabische Meer verlegt worden.
Kommandozentrale in Riad?
Sämtliche zusätzlichen US-Truppen ergänzen eine großen Zahl amerikanischer Verbände, die schon seit langem in der Golf-Region stationiert sind. In der Türkei, in Bahrein, Kuweit, Oman, Qatar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien gibt es bereits US-Truppen. Dort befinden sich insgesamt 175 Kampfflugzeuge. Hinzu kommt die am Golf kreuzende Fünfte Flotte mit 14 Schiffen, an deren Bord mehr als 8000 Matrosen und Marineinfanteristen sind. Sie wird angeführt vom atomgetriebenen Flugzeugträger "USS Enterprise". Hinzu kommt der Flugzeugträger "USS Carl Vinson", der gegenwärtig im Indischen Ozean unterwegs ist. Er ist Teil der mächtigen Siebten Flotte, zu der 42 Schiffe und 25.000 Mann gehören.
"Diese schon am Golf einsatzbereiten Truppen sind stark genug, um einen sogenannten schauplatzgebundenen Krieg zu führen - eine regional begrenzte militärische Auseinandersetzung, wie sie jetzt gegen Afghanistan oder andere Länder im Nahen Osten bevorsteht", schreibt Nicolas Busse in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Dass zusätzliche Einheiten in die Region verlegt werden, deute darauf hin, dass "die amerikanischen Streitkräfte in der Lage sein wollen, jedes beliebige Land in der Umgebung anzugreifen und trotzdem die Überwachung der Flugverbotszonen über dem Irak fortzusetzen".
Vom Prinz-Sultan-Stützpunkt in der Nähe der saudi-arabischen Hauptstadt Riad sollen die militärischen Schläge koordiniert werden. Dort errichteten die Amerikaner im vergangenen Jahr die modernste Kommandozentrale der Welt. Angeblich leisten die Saudis gegen diese Pläne aber noch Widerstand.
Aus der Marinebasis Sasebo im Süden Japans lief am Samstag das über 40.000 Brutto-Register-Tonnen große US-Kriegsschiff "Essex" aus, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Das Schiff solle nach einem Zwischenstopp in Yokosuka bei Tokio in den Indischen Ozean entsandt werden. Bereits am Vortag war der US-Flugzeugträger "Kitty Hawk" aus dem Hafen von Yokosuka ausgelaufen. Auf dem Träger sind rund 70 Flugzeuge.
Britische Kriegsschiffe durchfuhren Suez-Kanal
Britische Kriegsschiffe durchquerten den Suez-Kanal, um an Manövern im Golf teilzunehmen. Der Verband wurde von Schiffen der ägyptischen Kanalbehörde begleitet. Wie die britische Botschaft in Kairo mitteilte, sind die gemeinsamen Manöver mit dem Golf-Emirat Oman lange geplant gewesen. Sie hätten nichts mit dem Aufmarsch amerikanischer Marine-Einheiten am Golf zu tun. In den vergangenen Tagen hatten bereits mehrere britische Kriegsschiffe den Suez-Kanal Richtung Golf passiert.
Der Nato-Staat Türkei wird nach Angaben der Regierung in Ankara seinen Luftraum und Luftwaffenstützpunkte für die USA öffnen. Ministerpräsident Bülent Ecevit ließ in Ankara mitteilen, dass die Hilfen für die im Norden Afghanistans operierende oppositionelle Nordallianz verstärkt würden. Die Nordallianz bekämpft die Taliban-Regierung politisch und militärisch.





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