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Thema: Raubgrabung am Kulturerbe

  1. #1
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    Standard Raubgrabung am Kulturerbe

    Wertvolle Funde verschwinden auf den illegalen Markt - Tipps und Pläne im Internet

    Oft sind die illegalen Schatzsucher schneller: Raubgräber machen dem Landesdenkmalamt ¸¸großen Kummer'', hieß es gestern im Vorfeld eines Archäologen-Treffens in Esslingen - zumal sie oft wenig sorgsam mit ihren Fundstücken umgehen.

    Esslingen· Im Kampf gegen die steigende Zahl von Raubgrabungen müssen die Bundesländer nach Ansicht des baden-württembergischen Landesdenkmalamtes stärker zusammenarbeiten. ¸¸In Deutschland gibt es in jedem Land andere Bedingungen'', kritisierte gestern der Präsident der Stuttgarter Behörde, Dieter Planck. Nicht überall existiere ein so genanntes Schatzregal, so dass wertvolle Funde nicht immer automatisch Eigentum des Landes würden. Die Dolche, Bronzenadeln oder Münzen würden in vielen Fällen mit einem falschen Fundort ausgezeichnet und gelangten so in den Handel, sagte Planck anlässlich des heute in Esslingen beginnenden Jahrestreffen von mehreren 100 Archäologen aus ganz Europa.

    Angetrieben durch das Interesse von Händlern und Sammlern ist die Zahl der illegalen Schatzsucher nach Angaben Plancks in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Schätzungen von Experten zufolge stammen neun von zehn archäologischen Fundstücken auf dem Kunstmarkt aus illegalen Raubgrabungen. Die Raubgraberei werde in vielen Fällen hoch professionell organisiert. ¸¸Es gibt sogar Internetseiten, auf denen Tipps und Lagepläne veröffentlicht werden'', berichtete Planck. ¸¸Mit ihren Metallsuchgeräten machen uns vor allem die Amateure großen Kummer'', sagte Planck, der auch Vorsitzender des Verbandes der Landesarchäologen ist. Viele wüssten gar nicht, dass sie durch ihren Griff zu Suchgerät oder Schaufel großen Schaden nicht nur an dem Fund verursachten, sondern auch an der historischen Deutung. ¸¸Der Fund wird aus seinem archäologischen Zusammenhang gerissen, es fällt danach zum Beispiel erheblich schwerer, etwas zu datieren'', erklärte Planck. Raub-Archäologie soll eines von zahlreichen Themen sein, über das die Wissenschaftler auf dem Kongress der EAA (European Association of Archaeologists) bis zum Samstag beraten. Ziel des 7. Kongresses der Vereinigung ist eine Resolution, die Städten und Gemeinden den Umgang mit kulturellem Erbe erleichtern soll. lsw

    Südwestpresse
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    Der Harry

  2. #2
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    Ahjaaa der Herr Planck. Das ist der Mann der zwar immer viel von Schatzsuchern erzählt, aber recht wenig Ahnung davon hat.

    Nicht überall existiere ein so genanntes Schatzregal, so dass wertvolle Funde nicht immer automatisch Eigentum des Landes würden.

    Stimmt. Und da wo es kein Schatzregal gibt, sind erstaunlich viele Funde zu verzeichnen. WO es eins gibt erstaunlich wenige. Die Schlussfolgerung: Wo ein Schatzregal herrscht, gingen die Funde zwar die ins Eigentum des Landes über, dummerweise wird aber nix gefunden .

    die Zahl der illegalen Schatzsucher nach Angaben Plancks in den vergangenen Jahren stark gestiegen

    Hm, Herr Planck jongliert schon immer mit den dollsten Zahlen, ohne sie jemals in irgendeiner Form belegen zu können. Sei Jahren Jammern, die Zahlen würden sich ja so drastisch erhöhen... und die Händler jammern gleichzeitig seit Jahren über stagnierende Umsätze. Wie passt das?
    Jeder "Praktiker" kann bestätigen, daß die Zahl der Sucher in den letzten Jahren abgenommen hat... und nicht ZUgenommen. Aber solch unheilschwangeren, allerdings unrichtigen Aussagen wie die von Herr Planck passen weit besser ins Bild, nicht?

    Raub-Archäologie soll eines von zahlreichen Themen sein

    Grins... dann räumt mal gleich unter euren eigenen Kollegen auf, mir fielen auf Anhieb 3 promovierte Archäologen ein, die lustig mit dem Detektor über Ringwälle latschen, weil sie selber keltische Münzen sammeln.

    Und achja: Wo findet man denn die Beschreibungen, die Herr Planck erwähnt... auf Archäologenseiten?
    -----------
    Der Harry

  3. #3
    Stammuser Avatar von Rabbit
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    Hallo Harry und die anderen,

    wieviele Sondengänger gibt es überhaupt in Deutschland? Gibt es das seriöse Schätzungen?

    Viele Grüße Rabbit

  4. #4
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    Ne, seriöse Schätzungen kaum. Es gab mal eine aus BW, etliche Jahre her die ging von 50.000 aus.

    Es ist sicher eine Riesenmenge, die nen Detektor zu Hause haben, da würde ich sogar noch eine viel höhere Zahl tippen. Aber davon ist nur ein Bruchteil "aktiv", der grösste Teil wird wohl nur einmal pro Jahr gehen, oder sich das Teil angeschafft und im Schrank liegen haben. Lass mal 1000 aktive pro Bundesland sein vielleicht.
    -----------
    Der Harry

  5. #5
    Stammuser Avatar von MaMue
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    Standard Lagepläne

    ¸¸Es gibt sogar Internetseiten, auf denen Tipps und Lagepläne veröffentlicht werden'', berichtete Planck.
    Die soll er mir mal zeigen, ich hab schon stundenlang damit verbracht, nach sowas zu suchen, ist ja als Anfänger auch irgendwie verständlich und hab nichts, aber auch gar nichts in der Richtung gefunden. Falls es sowas gibt dann bestimmt nur auf Archäologen-Sites, wo nur Archäologen Zugang haben.
    ....mögest du leben so lange du willst und es wollen so lange du lebst
    (Keltischer Trinkspruch )

  6. #6
    Aktiver User Avatar von Florian
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    Die Raubgrabungen sind ja schon fast so schlimm wie die bei den Mineralien. Sowas gibts da nämlich auch.

  7. #7
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    Stimmt, aber bei "uns" wird masslos übertrieben, weil man damit halt gut "Stimmung" machen kann. Ausserdem ist es oft das einzige was einen Archäologen in die Zeitung bringt. "Raub" Grabung hört sich eben gut an, da springen Zeitungen drauf. Und das unabhängig davon, obs nun stimmt oder nicht.
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    Der Harry

  8. #8
    Titel selbst wählen Avatar von Thom
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    Angry "Raub"grabung

    Eines kann ich hier mit Bestimmtheit sagen.
    Wer mich aus Unkenntnis oder auch bewusst als Raubgräber betitelt, der muss mit einer Anzeige wegen Verleumdung und übler Nachrede rechnen.
    Denn der Grundtatbestand des Raubes ist der § 242 StGB. Diebstahl.Dieser setzt vorraus die Wegnahme einer fremden , beweglichen Sache in rechtswidriger Zueignungsabsicht.
    Die "Sachen" , die wir "wegnehmen" sind zwar fremd und beweglich aber auf keinen Fall trifft hier die rechtswidrige Zueignungsabsicht zu. Und nur bei Erfüllung sämtlicher Tatbestandsmerkmale ist der Diebstahl gegeben.
    Und dann der § 249 StGB. Raub.
    Im Gegensatz zum § 242 StGB, der ein Vergehen darstellt, ist der § 249 StGB ein Verbrechen.
    Und hier sind die Tatbestandsmerkmale ebenfalls eindeutig.
    Raubmittel sind hier die Gewalt gegen eine Person oder die Drohung mit einer gegenwärtigen Gefahr für Leib oder Leben mit dem Ziel, den zu erwartenden Widerstand zu verhindern oder gleich zu brechen.
    Herr Planck, noch Fragen?
    Als dann, "Bulle"Thom

  9. #9
    Stammuser Avatar von Rabbit
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    Question

    Hallo zusammen,

    im Artikel heißt es: "Schätzungen von Experten zufolge stammen neun von zehn archäologischen Fundstücken auf dem Kunstmarkt aus illegalen Raubgrabungen. "

    Wie zutreffend ist diese Aussage? Und für welchen Markt wurde sie getroffen? Den Weltmarkt? Den Markt in Deutschland?

    Viele Grüße
    Rabbit

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