Pilzsammler wäre beinahe hineingestürzt
„Das Betreten des Stadtwaldes nahe der Spinnhütte stellt eine Gefahr für Leib und Leben dar“, schimpfte ein Plauener in den vergangenen Tagen, als er in der Stadtverwaltung und der Redaktion der „Freien Presse“ über die Zustände im Forst berichtete. Der schon vor einigen Jahren in die Schlagzeilen geratene Führungsbunker der ehemaligen SED Stadtleitung stand offen, auf Entlüftungsschächte fehlten Abdeckungen. Beim Pilzsuchen wäre der Plauener beinahe in das vier Meter tiefe Bauwerk gefallen. Seit kurzem ist der Bunker wieder abgesichtert.
Steffen Schulze von der Bauaufsicht machte sich mit auf dem Weg, um die Gefahr zu dokumentieren und weitere Schritte einzuleiten. Am ehemals verschlossenen Bunker wurden die Eisentore herausgerissen und die Schweißnähte, die das Bauwerk verschließen sollten, zerstört. Weiter war nichts zu sehen. Auch die unmittelbare Gefahr sei weitaus geringer, als der Plauener Pilzsucher beschrieben hatte.
Außer Hinterlassenschaften von Jugendlichen, die im Inneren des stabil gebauten, mittlerweile aber feucht gewordenen Bunkers Grufti-Partys feierten, waren keine Spuren von potenziellen Gefahren zu erkennen. Zu den Gegenständen, die entdeckt und entgegen Vermutungen des Pilzesammlers nicht dem SED-Regime sondern der Grufti-Szene zugeordnet werden mussten, gehörten unter anderem „Spinnweben“, die seilenartig aus dunklen Tüchern geflochten waren.
Die Bauaufsicht informierte die Berufsfeuerwehr, die das Bauwerk verschließen sollte. Die Wehr schweißte daraufhin am Dienstag die Eingänge sowie die Luftschächte wieder zu.
In der Stadt existieren zwei weitere Bunker, die ebenso von der Feuerwehr verschlossen wurden. Die seien noch abgesichert, urteilte Falk Leupold, Schweißer der Feuerwehr, der die Türen versiegelte.






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