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Thema: Plauen: Gefahren am SED-Bunker gebannt

  1. #1
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    Standard Plauen: Gefahren am SED-Bunker gebannt

    Pilzsammler wäre beinahe hineingestürzt

    „Das Betreten des Stadtwaldes nahe der Spinnhütte stellt eine Gefahr für Leib und Leben dar“, schimpfte ein Plauener in den vergangenen Tagen, als er in der Stadtverwaltung und der Redaktion der „Freien Presse“ über die Zustände im Forst berichtete. Der schon vor einigen Jahren in die Schlagzeilen geratene Führungsbunker der ehemaligen SED Stadtleitung stand offen, auf Entlüftungsschächte fehlten Abdeckungen. Beim Pilzsuchen wäre der Plauener beinahe in das vier Meter tiefe Bauwerk gefallen. Seit kurzem ist der Bunker wieder abgesichtert.
    Steffen Schulze von der Bauaufsicht machte sich mit auf dem Weg, um die Gefahr zu dokumentieren und weitere Schritte einzuleiten. Am ehemals verschlossenen Bunker wurden die Eisentore herausgerissen und die Schweißnähte, die das Bauwerk verschließen sollten, zerstört. Weiter war nichts zu sehen. Auch die unmittelbare Gefahr sei weitaus geringer, als der Plauener Pilzsucher beschrieben hatte.

    Außer Hinterlassenschaften von Jugendlichen, die im Inneren des stabil gebauten, mittlerweile aber feucht gewordenen Bunkers Grufti-Partys feierten, waren keine Spuren von potenziellen Gefahren zu erkennen. Zu den Gegenständen, die entdeckt und entgegen Vermutungen des Pilzesammlers nicht dem SED-Regime sondern der Grufti-Szene zugeordnet werden mussten, gehörten unter anderem „Spinnweben“, die seilenartig aus dunklen Tüchern geflochten waren.
    Die Bauaufsicht informierte die Berufsfeuerwehr, die das Bauwerk verschließen sollte. Die Wehr schweißte daraufhin am Dienstag die Eingänge sowie die Luftschächte wieder zu.

    In der Stadt existieren zwei weitere Bunker, die ebenso von der Feuerwehr verschlossen wurden. Die seien noch abgesichert, urteilte Falk Leupold, Schweißer der Feuerwehr, der die Türen versiegelte.
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    Der Harry

  2. #2
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    Standard Kelten locken auch "Schatzsucher"

    DANNENFELS: Volles Haus bei spannendem Exkurs von Dr. Engels

    An den Ort seiner archäologischen Arbeit, den Donnersberg, kehrte Dr. Heinz-Josef Engels zurück: Im voll besetzten Donnersberghaus brachte er im Rahmen des "Keltevent" in einem espritreichen Vortrag am Montag Abend das Leben der Kelten auf dem Donnersberg nahe.

    Mit Hilfe von Dias vermittelte Engels Erkenntnisse über die Kelten, die er als Leiter der archäologischen Ausgrabungs- und Rekonstruktionsarbeiten während der Jahre 1974 bis 1984 gewann. Der eingangs von Professor Dr. Wolfgang Hofmeister als "Mentor" des Keltenkreises begrüßte Vollblutwissenschaftler vermochte es einmal mehr, spannende Erkenntnisse über das einstige Leben auf dem Donnersberg zu vermitteln. Lob fand er für die Arbeit des Keltenkreises, dessen Ziel es ist, die Geschichte der Kelten auf dem Donnersberg wieder aufleben zu lassen und zu vermitteln: "Ich begrüße es sehr, dass hier der Keltenkreis den Donnersberg einer breiten Öffentlichkeit nahe bringen will." Dennoch warnte er vor der Gefahr, mit viel Phantasie und wenig Hintergrundwissen der zur Zeit herrschenden "Keltomanie" zu verfallen. Einzig die "solide Kenntnis des Berges und eine solide Öffentlichkeitsarbeit, die die Kelten näher bringt" eröffne das Verständnis für deren Kultur.

    Vielen war das Bild der Kelten, das Engels rekonstruktiv entwarf, fremd. In römischen Aufzeichnungen wurde über die Kelten berichtet: Sie sollen groß, stark, blauäugig, blond, aber auch überheblich, streitsüchtig, prunksüchtig, rechthaberisch und sehr trinkfest gewesen sein. Ihre Kleidung soll bunt und kariert, in jedem Falle auffallend gewesen sein. Das Bild, das Uderzo und Goscinni in ihren Asterixcomics entworfen haben, käme, so Engels, der Realität ziemlich nahe. Das "oppidum", die Stadt des auf dem Donnersberg lebenden Keltenstaates, demonstriere die Bedeutung und Macht eines keltischen Stammes.
    Anhand seiner Ausgrabungen geht Engels davon aus, dass dies zu den größten europäischen oppida gehörende Stadtgebilde über einen Senat, Adelshöfe, Märkte und Bauernhöfe verfügte. "Es muss Fürsten oder einen Ältestenrat gegeben haben, um den Bau dieses oppidums, das den gesamten Stamm repräsentierte, auch durchführen zu können", so Engels.
    Die Ausgrabungen der Pfostenschlitzmauer und die Rekonstruktion des Keltenwalls erklärte er Schritt für Schritt. Allein 3500 Holzstämme, die zum Donnersberg gebracht wurden, um Reparaturarbeiten an der Mauer bewerksteligen zu können, zeugten von ausgefeilter Organisation und Logistik. Die Präsentation archäologischer Funde von Amphorenscherben bis zum berühmten keltischen Achsnagel vervollständigte das Bild einer beeindruckenden politischen Macht.
    Zum Schluss wies Engels noch auf eine bedenkliche Entwicklung hin: In den neunziger Jahren sei die "Metallsuchermafia" auf den Berg gekommen, habe auf Suche nach Achsnägeln und Münzen auch archäologisch Wertvolles zerstört. Er bat um Mithilfe, solch Treiben zu verhindern, denn niemand habe dort eine Sucherlaubnis. Kurioserweise kam über Zwischenhändler einiges etwa an Münzen und Schmuck zurück. Die große Überraschung jedoch waren kleine Silbermünzen mit Gesichtsprägungen auf der Vorder- und einem Kreuzornament auf der Rückseite. Diese 0,5 Gramm schweren "Donnersbergobolen" wurden bis jetzt nur hier gefunden, was den Schluss einer örtlichen Münzprägestätte nahelegt. (abj)

    RON - RHEINPFALZ ONLINE
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    Der Harry

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