Die USA planen offenbar nicht nur einen Vergeltungsschlag gegen Afghanistan. Politisch, wirtschaftlich und mit militärischen Spezialeinheiten wollen sie über Jahre hinweg Terroristen jagen.
Washington - Der bevorstehende Feldzug der USA gegen den internationalen Terrorismus und seine staatlichen Helfer ist kein "Krieg wie jeder andere". Von vornherein steht fest, dass es keinen schnellen Sieg geben wird. Und Waffengewalt ist nur ein Teil, obwohl dies nach den Worten von Außenminister Colin Powell "gewiss eine Option ist". Die Bevölkerung stünde fest hinter einem Militärschlag: 85 Prozent unterstützen ihn in einer neuen Umfrage, 75 Prozent auch um den Preis des Blutvergießens unschuldiger Zivilisten.
Druck auf allen Ebenen
Diplomatischer, politischer, finanzieller und wirtschaftlicher Druck werden jedoch mindestens ebenso wichtig sein. Den Anstiftern und Ausführenden des Terrors sollen die Lebensadern abgeschnitten werden - über Jahre hinweg. US-Außenminister Powell hat nach Angaben unterrichteter Regierungskreise Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate aufgefordert, ihre Beziehungen mit den Taliban in Afghanistan abzubrechen - eine Verbindung, die es dem mutmaßlichen Terroristenführer Osama Bin Laden nach amerikanischer Überzeugung erleichtert, sich mit viel Geld zu versorgen.
Zumindest soll sich der "unsichtbare Feind" nicht mehr wie ein Fisch im Wasser bewegen können. Die Täter kamen nicht etwa im Verborgenen, sondern am hellen Tag in die USA. Die Bevölkerung wappnet sich für eine Einschränkung der gewohnten weitgehenden bürgerlichen Freiheiten als Folge größerer Kontrollen. Forderungen, bei der Jagd auf Terroristen nicht mehr strikt den Rechtsweg einzuhalten, finden stärker Gehör.
Nach dem Schock der Angriffe auf World Trade Center und Pentagon wird es deshalb kaum bei einem nur symbolischen Militärschlag bleiben, obwohl Mitglieder des "Kriegskabinetts" wie Verteidigungsminister Donald Rumsfeld keine Details nennen. Der frühere NATO-Oberkommandierende Wesley Clark sagt eine massive Aktion voraus, die sich allerdings wohl eher durch Präzision als ein Massenaufgebot von Truppen auszeichnen werde.





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