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Thema: News & Berichte: World Trade Center

  1. #1
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    Exclamation News & Berichte: World Trade Center

    New York/Frankfurt am Main - "Es ist eine enorme Tragödie für unseren Verband", sagte Marc Lackritz, Präsident der Securities Industry Association, eine Organisation von Wertpapierhändlern. "Jeder, mit dem ich geredet habe, ist in Sorge um irgendeinen Kollegen oder Freund."
    Besonders tragisch ist die Situation für John Duffy, Chef der Investmentfirma Keefe Bruyette & Woods. Er war zufällig nicht im Büro, sein Sohn gehört jedoch zu den Vermissten. Auch Joseph Berry Jr., der aus dem Gebäude entkommen konnte, ist fassungslos. Sein Vater, der die Firma gemeinsam mit Duffy leitete, tauchte nicht mehr auf. Zwei Frauen, die in der Analyse-Abteilung arbeiteten, wurden zwar in letzter Minute gerettet, vermissen aber zwei ihrer Kollegen. "Wir trauern den halben Tag, die andere Hälfte kümmern wir uns um die Familien", sagte Andrew Senchak, Direktor von Keefe Bruyette."Und wir heulen den ganzen Tag."

    Das World Trade Center beherbergte überwiegend Firmen der Finanzwirtschaft. Zu den größten Mietern gehörte die US-Investmentbank Morgan Stanley Dean Witter. Von den rund 3500 Mitarbeitern im World Trade Center hätten sich viele als gerettet gemeldet, teilte die Bank auf ihrer Webseite mit. Über die Zahl der Vermissten wollten die Banker bisher keine Auskunft geben. Die Brokerfirma Marsh McLennan vermisst offenbar noch rund 700 Mitarbeiter. Keefe Bruyette & Woods bezifferte die Zahl der Vermissten auf 67 von 172 Angestellten. Bei Fred Alger Management sucht man verzweifelt nach dem 57-jährigen Chef David Alger.

    Deutsche Bank vermisst bis zu zehn Mitarbeiter

    Die Deutsche Bank vermisst derzeit noch fünf bis zehn Beschäftigte. Die rund 1600 Mitarbeiter der Bank, die in den Zwillingstürmen beziehungsweise in der Nachbarschaft tätig waren, hätten nach dem Attentat am Dienstag weitgehend wohlbehalten evakuiert werden können, teilte das Institut am Mittwochabend in Frankfurt mit. "Zu fünf bis zehn Mitarbeitern der Bank konnte allerdings bisher kein Kontakt hergestellt werden", sagte ein Sprecher der Deutschen Bank in Frankfurt: "Es sieht so aus, dass alle Mitarbeiter rechtzeitig evakuiert werden konnten. Es gab nach unseren Informationen keine Toten oder Verletzten." Eine abschließende Entwarnung könne aber noch nicht gegeben werden.

    Das Institut hatte vier Stockwerke im World Trade Center belegt, wo rund 370 Beschäftigte arbeiteten. Weitere 2000 Angestellte hatten ihren Arbeitsplatz in Gebäuden rund um die Zwillingstürme. Das größte deutsche Kreditinstitut wies darauf hin, dass die Geschäfte des Hauses vor Ort zwangsläufig beeinträchtig seien. "Wir sind aber voll arbeitsfähig", wurde ausdrücklich betont.


    Auch die rund 400 Allianz-Mitarbeiter im WTC haben nach Angaben des Konzerns den Terroranschlag unverletzt überstanden. "Alle Beschäftigten, die dort gearbeitet haben, sind wohlauf", sagte ein Sprecher des Unternehmens in München. Sobald der Konzern mehr über die Folgen der Attentate wisse, werde er es bekannt geben.

    Ein Siemens-Sprecher sagte in München, ein US-Mitarbeiter des Konzerns sei in einem kritischen Zustand. Die übrigen 73 Mitarbeiter des Projektbüros Verkehrs- und Gebäudetechnik, die im 37. Stock des Südturmes arbeiteten, seien nach bisherigem Wissen unbeschadet geblieben. Völlig unklar sei allerdings die Lage der von Siemens beauftragten Wartungstechniker.

    Der US-Versicherungskonzern Aon Corporation erklärte, rund 1100 seiner insgesamt 50.000 Beschäftigten hätten im World Trade Center und anderen Gebäuden im unteren Manhattan gearbeitet. Aon sei dabei, Kontakt zu allen Mitarbeitern aufzunehmen.

    In der Schweizer Großbank Credit Suisse First Boston konnte man dagegen aufatmen: Alle 800 in den Bürotürmen Beschäftigten seien in Sicherheit, hieß es. Auch die Investmentbank Merrill Lynch teilte mit, ihre etwa 9000 Beschäftigten im World Financial Center und anderen nahe gelegenen Büros seien in Sicherheit gebracht worden.

    Viele der 500 Mitarbeiter der Geldmanagement-Firma Fiduciary Trust, die in dem Komplex arbeiteten, konnten nach Angaben des "Wall Street Journal" entkommen. Auch alle 21 Mitarbeiter des Telekomfirma Network Plus brachten sich in Sicherheit. Alle rund 600 Mitarbeiter der MassMutual Financial Group überlebten den Angriff.

    Firmen der obersten Stockwerke mit wenig Hoffnung

    Am schlimmsten traf es die Unternehmen, die sich in den obersten Stockwerken des World Trade Centers eingemietet hatten. Cantor Fitzgerald, ein großes auf den Anleihehandel konzentriertes Unternehmen, sowie die Firma eSpeed, die elektronische Marktplätze betreibt, hatten Büros auf den Stockwerken 101, 103, 104 und 105. Rund tausend Mitarbeiter beider Firmen waren im World Trade Center beschäftigt. "Wir sind gegenwärtig nicht in der Lage festzustellen, wie viele Mitarbeiter zur Zeit des Angriffs in dem Gebäude waren", erklärten Sprecher beider Unternehmen. Sie könnten auch nicht sagen, ob diese in Sicherheit gebracht worden seien.

    Die französische Großbank Crédit Agricole vermisst 86 ihrer Angestellten. Von den Beschäftigten der zur Bank gehörenden Makler-Filiale CARR Futures, die im 92. Stockwerk eines der beiden Türme des World Trade Center in New York gearbeitet hätten, fehle bislang jedes Lebenszeichen, berichtete die Bank am Mittwoch in Paris.

    In den 110 Stockwerke hohen Zwillingstürmen und anderen Komplexen des World Trade Center (WTC) arbeiteten mehr als 50.000 Menschen für 430 Firmen. Das "Wall Street Journal" berichtete, auch 200 Geheimdienstagenten des Secret Service seien dort stationiert gewesen.

  2. #2
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    Exclamation Tote Flugbegleiterin mit gefesselten Händen

    Bei der Bergung von Toten in den Trümmern des eingestürzten World Trade Centers in New York haben die Arbeiter angeblich die Leiche einer Stewardess gefunden. Ihre Hände waren den Angaben zufolge auf dem Rücken zusammengebunden worden.
    New York - Nach Informationen des Nachrichtensenders "n-tv" sollen außerdem die Leichen von Passagieren gefunden worden sein, die noch in ihren Sitzen angeschnallt sind. Aus den beiden kollabierten Wolkenkratzertürmen sind bisher 152 Leichen geborgen worden. Die meisten von ihnen liegen unter den 1,25 Millionen Tonnen Schutt begraben, die das WTC wog. Die Bergungsteams hatten bereits in der Nacht zum Freitag Flugzeugteile gefunden.
    Mitten in den Resten des World Trade Center klafft immer noch ein riesiger Krater, in dem sich Stahlträger in einem heillosen Durcheinander türmten. Feuerwehrleute versuchen weiterhin Überlebende zu finden. Doch die Hoffnung, Überlebende zu finden ist gering. Die Rettung von Menschenleben wird zur reinen Bergung von Leichen. Am Samstag gruben die Helfer rund 400 Leichenteile aus. Etwa 60 Verletzte starben in Krankenhäusern.

    Für 92 New Yorker Familien ist die Angst zur Gewissheit geworden. Von den geborgenen 152 Todesopfern sind bis zum Samstag 92 identifiziert worden. Weitere 4972 Menschen werden nach Auskunft von New Yorks Polizeikommissar Bernard Kerik noch von ihren Angehörigen vermisst.

    10.000 Tonnen Geröll von rund 1,25 Millionen Tonnen, die die Zwillingstürme wogen, wurden bereits vom Unglücksort abtransportiert. Die Bürgersteige und Straßen rings um die zerstörten Gebäude waren zunächst übersät mit Glassplittern und Asche. Zettel und Papier aus den zerstörten Büros türmten sich zum Teil hüfthoch auf. Der gesamte südliche Teil des New Yorker Stadtteils Manhattan war abgesperrt worden.

    Neben den Bergungsmannschaften arbeiten in der Zone zahlreiche Bautrupps intensiv an der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit des an das World Trade Center angrenzenden World Financial Center sowie der weiter südöstlich an der Wall Street gelegenen Börse. Sie soll am Montag wieder den Aktienhandel aufnehmen. Voraussetzung dafür ist nicht nur die Wiederherstellung aller Telefon- und Datennetze, sondern auch die Schaffung sicherer Zugänge für weit mehr als 100.000 in der Finanzwirtschaft beschäftigte Menschen.

    Inzwischen hat die USS Comfort, ein großes Hospitalschiff der Marine, an der Südspitze Manhattans festgemacht. Dadurch sollen nicht nur die mit Verletzten überfüllten Hospitäler der Stadt entlastet werden. Angehörige der Bergungsmannschaften können sich zu kurzen Ruhepausen auf das Schiff zurückziehen.

  3. #3
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    Exclamation Wirrwarr um Zahl der deutschen Opfer

    Über die Zahl der Deutschen, die Opfer des Terroranschlags wurden, gibt es widersprüchliche Angaben. CNN berichtet von 550 Vermissten, das Auswärtige Amt erklärte, die Zahl liege weit darunter.
    Washington - Nach einer von CNN veröffentlichten Liste stammten vier Tote und 550 Vermisste des Anschlages aus Deutschland. Acht Tote und 280 Vermisste kamen demnach aus der Schweiz. Von den übrigen nicht-amerikanischen Staatsbürgern auf der Vermisstenliste kamen 250 Menschen aus Indien, 150 aus Kanada, 100 aus Großbritannien und 96 aus Russland. Insgesamt werden auf der Liste nach Angaben von CNN Vermisste aus 35 Ländern aufgeführt.
    Das Auswärtige Amt dementierte umgehend. Die Angaben von CNN basierten auf alten und überholten Zahlen von nicht kontaktierbaren Personen, teilte eine Sprecherin am Sonntagmorgen mit. Die tatsächliche Zahl liege sehr weit unter 550, sagte die Sprecherin.

    Nach dem Anschlag habe es bei der Hotline des Auswärtigen Amtes 15.000 bis 20.000 Anfragen besorgter Bürger gegeben. In einem systematischen Ausschlussverfahren habe man die Zahl der vermisst Gemeldeten immer weiter reduzieren können. Zwar gebe es in diesem Verfahren einen jeweils aktuellen Arbeitsstand, daraus könnten jedoch noch keine belastbare Aussagen über mögliche Vermisstenzahlen gezogen werden, sagte die Sprecherin. Sobald verlässliche Zahlen vorliegen, werde die Öffentlichkeit unterrichtet.

    Im World Trade Center hatten unter anderem zahlreiche Finanzkonzerne Niederlassungen. Viele dieser Unternehmen beschäftigten auch deutsche Mitarbeiter. Größter Mieter im World Trade Center war die Investmentbank Morgan Stanley die alleine 20 Stockwerke des riesigen Gebäudekomplexes belegt hatte.

    Bisher kaum Informationen über deutsche Opfer

    Nach den bisherigen Berichten war unklar, wie viele der Opfern der Terrorattacke auf die USA Deutsche sind.

    Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) hatte am Donnerstag erklärt: "Ich habe einen ersten Hinweis bekommen, dass möglicherweise drei Opfer aus Baden-Württemberg in den abgestürzten Flugzeugen saßen." Auch ein Weinexperte aus Rheinland-Pfalz soll unter den Toten sein.

    "Wir haben relativ sichere Informationen über eine Flugbegleiterin, eine Deutsche, die in einem der Flugzeuge gesessen hat, die als Terrorwaffe benutzt wurden", sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Ludger Volmer, in Berlin. Über weitere deutsche Opfer gebe es derzeit keine Erkenntnis, hatte Volmer am Donnerstag erklärt. "Wir wissen aber, dass im World Trade Center und in den betroffenen Gebäuden darum herum einige deutsche Firmen angesiedelt waren, wo sich zur Zeit der Katastrophe möglicherweise Mitarbeiter aufgehalten haben."

  4. #4
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    Exclamation N E W Y O R K I M Z W I E S P A L T

    Schuttbeseitigung oder Leichenbergung?

    Die New Yorker Behörden werden sich demnächst entscheiden müssen: Sollen Hunderttausende Tonnen Schutt möglichst rasch abgetragen werden, oder sollen zuerst möglichst alle Leichen aus den Trümmern geborgen werden?
    Hamburg - Die Chancen, Lebende aus den Trümmern des World Trade Centers zu bergen, werden immer geringer. Die weitaus größte Anzahl der rund 5000 Vermissten sind tot. Sollten einige in "Lufttaschen" überlebt haben, sinkt die Wahrscheinlichkeit, sie lebend zu bergen mit jedem Tag rapide. Denn ein unverletzter Mensch überlebt in der Regel nur sechs Tage ohne Wasser.
    Auch am fünften Tag nach den Terroranschlägen herrschte am Sonntag weiter Unklarheit, über die genaue Zahl der Opfer. Das Auswärtige Amt in Berlin dementierte US- Medienberichte, nach denen die meisten der ausländischen Opfer Deutsche seien. CNN hatte zuvor von noch 550 vermissten Deutschen in New York berichtet. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes teilte am Sonntag mit, derzei sei der Verbleib von 270 Deutschen noch nicht geklärt. Dies bedeute aber nicht, dass all diese Menschen vermisst würden.

    Das Außenministerium führt seit dem Anschlag eine ständig aktualisierte Liste, auf der diejenigen deutschen Bürger notiert werden, deren Aufenthaltsort im Raum New York unbekannt ist. Sobald sich ein Betroffener meldet, wird er von der Liste gestrichen. Noch am Freitag waren 600 Personen registriert, zu denen bis dahin kein Kontakt aufgenommen werden konnte. Die Zahl wurde täglich kleiner. Das Ministerium arbeite "weiter unter Hochdruck daran, diese Zahl auf eine verlässliche Angabe einzugrenzen", sagte die Sprecherin.

    Bis Sonntag war damit lediglich der Tod von vier Deutschen bei den Terroranschlägen bestätigt. Sie saßen in den entführten Passagierflugzeugen, die die Selbstmordattentäter am Dienstag als fliegende Bomben benutzt hatten.

    Für 92 New Yorker Familien ist die Angst zur Gewissheit geworden. Von den geborgenen 152 Todesopfern wurden bis zum Sonntag 92 identifiziert. In der Hoffnung noch Überlebende zu finden, setzen die Rettungstrupps bisher nur leichtes Gerät ein - mit der Folge, dass weniger Schutt vom Unglücksort entfernt wird, als dies möglich wäre. Bisher wurden an vier Tagen rund 10.000 Tonnen Material weggefahren. Der Schuttberg ist nach diversen Schätzungen 450.000 bis 1,25 Millionen Tonnen schwer. Sollte sich die Menge des täglich abtransportierten Materials an Beton, Stahl und Dreck nicht kräftig steigern lassen, dauerten die Aufräumarbeiten länger als ein Jahr an.
    Noch länger dürfte es dauern, wenn möglichst jede einzelne Leiche geborgen werden soll. In diesem Fall dürfte man nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" nicht mehr als 1000 Tonnen Schutt am Tag wegschaffen. Wegen des bald einsetzenden Verwesungsgeruch an der Unglücksstelle wird man auf die Einzelbergung der Toten wohl verzichten.

    Anti-Terror-Mahnmal oder neues WTC?

    Die Vorstellung, dass die Toten einfach auf irgendwelchen Lastwagen weggekarrt werden und auf irgendeiner Abraumhalde landen, ist jedoch schrecklich. Daher gibt es offenbar die Idee, eine Beton- oder Erdmantel über den ganzen Trümmerberg zu ziehen und den Terroropfern so ein Denkmal setzen. Ob sich diese Idee ausgerechnet in Manhattan, dem Wirtschaftszentrum der größten Macht der Erde, durchsetzen lassen wird, ist mehr als fraglich. Die wohl realistischere Variante äußerte kürzlich ein Helfer, der vor der Kamera sagte: "Lasst uns einen neues World Trade Center bauen, noch viel größer und besser als das alte."

  5. #5
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    Exclamation TRAGÖDIE IN ETAGE 101

    Der Mann, der 670 Mitarbeiter verlor

    Für Howard Lutnick ist mit dem World Trade Center eine Welt zusammengebrochen. Zwei Drittel seiner Angestellten der internationalen Anleihenhandelsfirma Cantor Fitzgerald hat das Inferno wahrscheinlich nicht überlebt.
    New York - Lutnick hatte angekündigt, er werde am Dienstag ausnahmsweise etwas später zur Arbeit kommen. Der Chef von Cantor Fitzgerald wollte sich den ersten Schultag seines fünfjährigen Sohnes nicht entgehen lassen. Als der 40-Jährige um kurz nach neun am World Trade Center eintraf, schlugen aus dem riesigen Büroturm bereits Flammen. "Welches Stockwerk?" schrie er den Entgegenkommenden zu, die in panischer Angst aus dem Gebäude rannten. "91. Stock" war das letzte, was er hörte. Kurz darauf brach das Gebäude zusammen. Lutnicks Angestellte arbeiteten zwischen der 101. und 105. Etage.
    Die Terrorattacke von Dienstag hat die Finanzfirma getroffen wie keinen anderen Mieter im World Trade Center. Von den 1000 Mitarbeitern, die Cantor Fitzgerald in New York beschäftigte, wurden am Sonntag 670 vermisst, darunter Lutnicks Bruder Gary, 36. Niemand von Cantor Fitzgerald hat es aus dem brennenden Inferno geschafft. Die Mitarbeiter, die überlebten, waren alle zufällig nicht in den Büros, als die Katastrophe hereinbrach.

    An der Lexington Avenue Ecke 26. Straße in New York halten mehrere Angehörige der Cantor-Fitzgerald-Mitarbeiter Tag und Nacht Wache. "Die Hoffnung aufrecht erhalten und niemals aufgeben", sagt eine junge Frau trotzig, mit dem Bild ihres vermissten Vaters in der Hand. "Wir sind alle Teil einer Familie", sagt Juan Garcia, der seinen Onkel sucht. Barber Weinberg steht hier und hält ein Bild seiner Nichte Shari Kandell hoch.

    "Fast 700 Familien, 700 Familien! Ich kann die Tränen nicht zurückhalten, wenn ich mir das vor Augen halte", sagte Lutnick in einem emotional geladenen Fernseh-Interview. Er war im harten Konkurrenzkampf der Finanzinstitute als knallharter Manager bekannt. Mit weltweit rund 2300 Mitarbeitern verteidigte Lutnick aggressiv und erfolgreich den Rang der Firma, die ein Viertel des gesamten täglichen Anleihehandels von täglich drei Milliarden Dollar abwickelt.

    Für Lutnick hat sich der Sinn des Lebens am Dienstag geändert. "Wir müssen weiter machen. Wir müssen uns um die 700 Familien kümmern", sagt Lutnick. "Unsere erste Priorität ist die Sorge für unsere Angestellten und ihre Familien." Das Unternehmen hatte nach dem Anschlag auf das World Trade Center 1993 beschlossen, seine Datensysteme für den Notfall komplett zu duplizieren, in einer Außenstelle in Rochelle Park, New Jersey. Das Anleihegeschäft läuft seit Donnerstag wieder. Für die Angehörigen der Vermissten hat die Firma einen Hilfsfonds eingerichtet.

  6. #6
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    Exclamation S U C H E N A C H D E N T E R R O R O P F E R N

    Vermutlich 5000 Tote

    Noch graben die Rettungskräfte unverdrossen in den Trümmern des World Trade Center. Doch von Stunde zu Stunde schwinden die Hoffungen weiter, noch Überlebende zu finden. Immer mehr deutet darauf hin, dass die 5000 Menschen, die zurzeit vermisst werden, bei den Terroranschlägen ums Leben kamen.
    New York/Berlin - New Yorks Bürgermeister Rudolph Giuliani veröffentlichte am Sonntag eine Liste mit 180 bestätigten Todesopfern, darunter 115 identifizierte. Die Zahl der Vermissten in dem gigantischen Trümmerberg des World Trade Centers wurde auf 5097 beziffert. Wie ein Fernsehsender berichtete, gelang es den Rettungsmannschaften seit drei Tagen nicht, Überlebende zu bergen.
    In der offiziellen Zahl der New Yorker Toten sind die 92 Insassen der American-Airlines-Boeing und die 65 der United-Maschine enthalten. Nach dem Absturz eines American-Jets auf das Pentagon wurden den bisherigen Ermittlungen 188 Menschen vermisst; darunter die 64 Flugzeuginsassen. Beim Absturz der entführten United-Maschine in Pennsylvania wurden 45 Menschen getötet. Nach diesem Zwischenstand muss mit dem Tod von 5353 Menschen am vergangenen Dienstag gerechnet werden.

    Verbleib unklar: 270 Deutsche

    Das Auswärtige Amt in Berlin dementierte US- Medienberichte, nach denen die meisten der ausländischen Opfer Deutsche seien. CNN hatte zuvor von noch 550 vermissten Deutschen in New York berichtet. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes teilte am Sonntag mit, derzeit sei der Verbleib von 270 Deutschen noch nicht geklärt. Dies bedeute aber nicht, dass all diese Menschen vermisst würden.

    Das Außenministerium führt seit dem Anschlag eine ständig aktualisierte Liste, auf der diejenigen deutschen Bürger notiert werden, deren Aufenthaltsort im Raum New York unbekannt ist. Sobald sich ein Betroffener meldet, wird er von der Liste gestrichen. Noch am Freitag waren 600 Personen registriert, zu denen bis dahin kein Kontakt aufgenommen werden konnte. Die Zahl wurde täglich kleiner. Das Ministerium arbeite "weiter unter Hochdruck daran, diese Zahl auf eine verlässliche Angabe einzugrenzen", sagte die Sprecherin.

    Bis Sonntag war damit lediglich der Tod von vier Deutschen bei den Terroranschlägen bestätigt. Sie saßen in den entführten Passagierflugzeugen, die die Selbstmordattentäter am Dienstag als fliegende Bomben benutzt hatten.

    Für einige New Yorker Familien ist die Angst zur Gewissheit geworden. Von den geborgenen Todesopfern wurden bis zum Sonntag 115 identifiziert. In der Hoffnung noch Überlebende zu finden, setzen die Rettungstrupps bisher nur leichtes Gerät ein - mit der Folge, dass weniger Schutt vom Unglücksort entfernt wird, als dies möglich wäre. Bisher wurden an vier Tagen rund 10.000 Tonnen Material weggefahren. Der Schuttberg ist nach diversen Schätzungen 450.000 bis 1,25 Millionen Tonnen schwer. Sollte sich die Menge des täglich abtransportierten Materials an Beton, Stahl und Dreck nicht kräftig steigern lassen, dauerten die Aufräumarbeiten länger als ein Jahr an.
    Noch länger dürfte es dauern, wenn möglichst jede einzelne Leiche geborgen werden soll. In diesem Fall dürfte man nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" nicht mehr als 1000 Tonnen Schutt am Tag wegschaffen. Wegen des bald einsetzenden Verwesungsgeruch an der Unglücksstelle wird man auf die Einzelbergung der Toten wohl verzichten.

    Anti-Terror-Mahnmal oder neues WTC?

    Die Vorstellung, dass die Toten einfach auf irgendwelchen Lastwagen weggekarrt werden und auf irgendeiner Abraumhalde landen, ist jedoch schrecklich. Daher gibt es offenbar die Idee, eine Beton- oder Erdmantel über den ganzen Trümmerberg zu ziehen und den Terroropfern so ein Denkmal setzen. Ob sich diese Idee ausgerechnet in Manhattan, dem Wirtschaftszentrum der USA, durchsetzen lassen wird, ist mehr als fraglich. Die wohl realistischere Variante äußerte kürzlich ein Helfer, der vor der Kamera sagte: "Lasst uns einen neues World Trade Center bauen, noch viel größer und besser als das alte."

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    Exclamation W T C - K A T A S T R O P H E

    Bis zu 100 deutsche Opfer vermutet

    Die Zahl der Deutschen, die Opfer des Terroranschlags wurden, ist offenbar nicht so hoch, wie zunächst befürchtet.
    Washington - Wie dpa in der Nacht zum Montag aus zuverlässiger Quelle erfuhr, gehen die deutschen Stellen in New York von 30 bis 100 deutschen Opfern aus. Das Auswärtige Amt bat die Angehörigen um Mithilfe bei der Identifizierung. Wer nach New York kommen wolle, solle persönliche Gegenstände des Vermissten mitbringen, damit DNS-Proben genommen werden können. Dies sei beispielweise bei Kämmen, Zahnbürsten und getragener Wäsche möglich.
    Der deutsche Krisenstab in New York traf inzwischen alle Vorbereitungen für die Betreuung von Angehörigen mutmaßlicher Opfer. Auch ein Psychiater steht zur Verfügung. Außerdem wurden Listen mit deutschsprachigen Ärzten sowie von Bestattungsunternehmen zusammengestellt, die den Rücktransport von Leichen oder Leichenteilen nach Deutschland organisieren können.

    Ersten Presseberichten zufolge sollen bei dem Anschlag ums Leben gekommen sein, das wurde vom Auswärtigen Amt (AA) in Berlin umgehend dementiert. Später meldete CNN, etwa 550 Deutsche hätten ihre Leben verloren, auch diese Zahl wies das AA zurück. Eine Sprecherin des Ministeriums erklärte am Sonntagnachmittag, derzeit sei der Verbleib von 270 Deutschen noch nicht geklärt. Dies bedeute aber nicht, dass all diese Menschen vermisst würden.

    Das Außenministerium führt seit dem Anschlag eine ständig aktualisierte Liste, auf der diejenigen deutschen Bürger notiert werden, deren Aufenthaltsort im Raum New York unbekannt ist. Sobald sich ein Betroffener meldet, wird er von der Liste gestrichen. Noch am Freitag waren 600 Personen registriert, zu denen bis dahin kein Kontakt aufgenommen werden konnte. Die Zahl wurde täglich kleiner. Das Ministerium arbeite "weiter unter Hochdruck daran, diese Zahl auf eine verlässliche Angabe einzugrenzen", sagte die Sprecherin. Nach dem Anschlag habe es bei der Hotline des Auswärtigen Amtes 15.000 bis 20.000 Anfragen besorgter Bürger gegeben.

    Bis Sonntag war damit lediglich der Tod von vier Deutschen bei den Terroranschlägen bestätigt. Sie saßen in den entführten Passagierflugzeugen, die die Selbstmordattentäter am Dienstag als fliegende Bomben benutzt hatten.

    Im World Trade Center hatten unter anderem zahlreiche Finanzkonzerne Niederlassungen. Viele dieser Unternehmen beschäftigten auch deutsche Mitarbeiter. Größter Mieter im World Trade Center war die Investmentbank Morgan Stanley die alleine 20 Stockwerke des riesigen Gebäudekomplexes belegt hatte.

    Bisher kaum Informationen über deutsche Opfer

    Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) hatte am Donnerstag erklärt: "Ich habe einen ersten Hinweis bekommen, dass möglicherweise drei Opfer aus Baden-Württemberg in den abgestürzten Flugzeugen saßen." Auch ein Weinexperte aus Rheinland-Pfalz soll unter den Toten sein.

    "Wir haben relativ sichere Informationen über eine Flugbegleiterin, eine Deutsche, die in einem der Flugzeuge gesessen hat, die als Terrorwaffe benutzt wurden", sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Ludger Volmer, in Berlin. Über weitere deutsche Opfer gebe es derzeit keine Erkenntnis, hatte Volmer am Donnerstag erklärt. "Wir wissen aber, dass im World Trade Center und in den betroffenen Gebäuden darum herum einige deutsche Firmen angesiedelt waren, wo sich zur Zeit der Katastrophe möglicherweise Mitarbeiter aufgehalten haben."

  8. #8
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    Exclamation Vermisstenzahl auf 6333 gestiegen

    Vermutlich sind durch die Attentate auf das World Trade Center doch mehr Menschen ums Leben gekommen als bislang angenommen. Die New Yorker Behörden gehen nun von mehr als 6300 Opfern aus.
    New York - Diese Vermisstenzahl nannte Bürgermeister Rudolph Giuliani am Donnerstagabend. Bisher war von 5400 Vermissten ausgegangen worden, für die kaum noch eine Überlebenschance besteht.

    Giuliani nannte als Grund für den drastischen Anstieg, dass inzwischen auch die anderen Länder ihre Vermisstenzahlen bekannt gegeben hätten und nun mit berücksichtigt worden seien. Neben Amerikanern werden Menschen aus über 60 Nationen vermisst. Auch 100 Deutsche sind bei dem Anschlag vermutlich getötet worden. Die Briten meldeten 250 Vermisste. Der New Yorker Bürgermeister sagte, die Zahl könne sich noch nach oben oder unten bewegen. Bisher wurden lediglich 241 Leichen geborgen.

    Rettungsmannschaften in New York waren am Mittwoch bei ihrer Suche nach Überlebenden auf "überraschend große Schlupflöcher" unter den Trümmern des World Trade Centers gestoßen. Doch alle bisher entdeckten Hohlräume, die Opfern des Anschlages Schutz hätten bieten können, waren leer. Es sehe wenig hoffnungsvoll aus, sagte Polizeichef Bernard Kerik.

    Fischer dankt den Helfern

    Als Zeichen der Solidarität mit der Stadt New York hat Bundesaußenminister Joschka Fischer am Donnerstag die Feuerwehr der US-Metropole besucht. Fischer legte einen Kranz an der Feuerwehrwache "Engine 54" nieder. Die Wache hatte 15 von 52 Männern verloren, als die Türme des World Trade Center nach den verheerenden Anschlägen am 11. September zusammenstürzten. Der Außenminister überreichte der Einheit einen Scheck über 100.000 Dollar (212.000 Mark).

    Der Außenminister sprach ferner mit dem deutschen Krisenstab, der sich um die Angehörigen der etwa hundert deutschen Opfer kümmert. Der Minister hatte seine Visite in New York als Ausdruck der Verbundenheit mit der Stadt bezeichnet, die unter den Folgen der Anschläge sehr gelitten habe.

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