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Thema: Dann muss sie wieder zugeschüttet werden

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    Standard Dann muss sie wieder zugeschüttet werden

    Brücke aus dem Jahr 1606 unter Armsheimer Bahnhofstraße entdeckt / Entscheidung über die Zukunft fällt am Montag

    ARMSHEIM – Weiträumig ist die Baustelle in der Armsheimer Bahnhofstraße abgesperrt. An der Einmündung zur Straße „Am Dörrenböhl“ klafft ein riesiges Loch in der Straßendecke. Kanalrohre, so dick wie ein Kleinlaster, liegen in der Erde. Doch Bauarbeiter sind weit und breit nicht zu sehen, die Bagger stehen still – und das hat einen Grund: Die Arbeiten sind seit einigen Tagen eingestellt.

    Die Ursache für den Baustopp ist hinter einer dicken Wand aus Stahl verborgen, die am Montag wieder abgebaut wird, denn dann ist ein Ortstermin anberaumt. Ein Experte des Landesamtes für archäologische Denkmalpflege will über die Zukunft dessen verhandeln, was den Fortgang der Bauarbeiten verzögert – eine alte Brücke, die jahrhundertelang rund 1,40 Meter tief unter der Bahnhofstraße im Dornröschenschlaf lag.

    Neugier geweckt

    „Ich bin an der Baustelle vorbeigefahren und habe gesehen, dass die Arbeiter zusammenstanden und in die Grube starrten“, erinnert sich Wilfried Kehr an den Tag vor rund zwei Wochen, an dem er dem Relikt der Armsheimer Vergangenheit auf die Spur kam. Die Neugier des geschichtsinteressierten 52-Jährigen, seit mehr als 30 Jahren ehrenamtlicher Mitarbeiter des Landesamtes für archäologische Denkmalpflege, war geweckt. „Ich habe dann die Absperrung beiseite geschoben und bin in das Loch geklettert“, schildert Kehr. Dort wartete eine Überraschung auf ihn: Eine gut erhaltene Brücke aus Flonheimer Sandstein. Im Kopfstein des Rundbogens entdeckte der Armsheimer eine Jahreszahl: 1606 wurde das Bauwerk errichtet. Darunter sind einige Buchstaben eingemeißelt, deren Bedeutung bis jetzt ungeklärt ist.

    Anruf im Landesamt

    Kehr eilte nach Hause, griff zum Telefonhörer und rief im Landesamt für Denkmalpflege an. Die Botschaft aus Mainz war unmissverständlich: „Die Arbeiten müssen sofort unterbrochen werden.“ Der 52-Jährige überbrachte den Bauarbeitern die Nachricht und wartete dann auf Dr. Detert Zylmann, der eine halbe Stunde später in Armsheim eintraf. Was folgte, war die wissenschaftliche Erfassung des Reliktes, das später im Fundmeldebuch festgehalten wurde. Das trockengemauerte Brückenportal aus Flonheimer Sandstein verläuft von Westsüdwest nach Nordnordost; „das Baudenkmal sollte im Boden erhalten bleiben“.

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    Der Harry

  2. #2
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    Notdürftig wurde die Brücke mit Schotter verfüllt und mit Holz gesichert, bis entschieden ist, wie es weitergehen soll. Am Montag will sich Dr. Zylmann mit Vertretern des Abwasserverbandes und der Baufirma treffen. Dabei geht es um die Frage, ob die Kanalstränge um die Brücke herumgebaut werden können. Das Entfernen des kompletten Bauwerks aus dem Erdboden schloss der Archäologe im Gespräch mit der AZ kategorisch aus: „Das geht nicht, das lebt vor Ort.“ Wenn es nicht möglich sei, die Brücke an Ort und Stelle sichtbar zu erhalten, müsse sie eben wieder zugeschüttet werden – „für die nächsten Generationen, vielleicht haben die andere Mittel“, betonte der Experte.


    "Das geht nicht, das lebt vorort" sehr sehr schön. Vor allem ist eines sehr witzig:

    Ein vollkommen normaler "Zivilist", ohne besondere Befugnisse oder was auch immer, klettert über Absperrungen und "dringt" in eine Baustelle ein (oder hatte er erst eine Genehmigung des Bauleiters eingeholt???... wohl eher nicht )

    Dann ruft er im Amt an, eilt zurück und überbringt den Bauarbeitern freundlich ein Bauverbot... vielleicht ein KLEIN wenig zuviel des "ich bin wichtig"?

    WAS für ein Aufschrei geht durch manch' Forum, wenn jemand sagt er sucht auf gepflügten, aber eingezäunten Feldern... "Du MUSST eine Genehmigung haben"... "verwerflich' tun", "schlechtes Beispiel"...

    Wird gleiches von einem "Hobbyarchäologen" OHNE Sonde gemacht, wird er als rettender Held gefeiert. DAS ist Realität, und bei weitem nicht auf dieses eine Beispiel beschränkt.

    Also, liebe Weißmaler des Hobbys ganz speziell woanders: Spart euch eure andauernden Hinweise auf Genehmigungen, auf angebliche "Hausfriedens-" oder gar "Einbrüche", die Schädlichkeit eines Loches im Verhältnis zur Unversehrtheit des umliegenden Befundzusammenhanges u. ä. Gleiches Recht für alle: Wenn scheinbar besondere Rechte (und das geschieht ja dauernd) für "normale Ehrenamtliche Mitarbeiter" zu gelten scheinen... nun, dann haben die auch für uns zu gelten.
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    Der Harry

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