Regierungs-Evakuierungspläne für Krisenfall
Wien - Ein Kleinspital. Mengen von Haltbaressen. Ein Fernsehstudio. Eine Kommandozentrale. Ein Aquarium, in dem Fische testen, ob das Trinkwasser verseucht ist. Eine Riesencomputeranlage. - Unter Hunderten Metern Fels ist in den Salzburger Alpen ein unterirdischer Bunker verborgen, in den im absoluten Notfall die Regierung ausweichen würde.
Wie die US-Regierung, die vorübergehend an sichere Orte verlegt worden war, hat auch Österreich Pläne und sichere Räumlichkeiten für Krisen - neben dem Bunker in den Alpen noch die Schutzräume in der Wiener Stiftskaserne. Je nach Bedrohungsszenario würden die politischen Spitzen an einen der beiden Orte gebracht.
Brigitte Brenner, Leiterin der Krisenmanagement-Abteilung im Bundeskanzleramt, redet nicht gern darüber - "reden und Geheimplan passen nicht zusammen" - und sagt nur so viel: "Wir üben die Evakuierung regelmäßig. Im Ernstfall müsste es sehr schnell gehen." Natürlich, meint Brenner, könne man auf einen Terrorangriff wie den auf die USA nie vorbereitet sein - die Evakuierung werde aber nach ausgeklügelter Logistik und in Verbindung mit Innen- und Verteidigungsministerium geprobt.
Erbaut wurde der Alpenbunker Ende der 70er-Jahre - unter zwar neugieriger Beobachtung der Anwohner im kleinen benachbarten Dorf, ansonsten aber unter strengster Geheimhaltung. Als ein Effekt der Geheimniskrämerei geisterten Geschichten über den "Luxusbunker" durch die Medien. Falsche Geschichten übrigens: Denn die Notfallschutzräume sind alles andere als luxuriös, sondern eher spartanisch.
Sie würden auch Landesregierungen Schutz bieten, denn eigene Schutzräume für die Stadtregierung hat die Stadt Wien nicht, sagt Werner Hiller, Chef des Wiener Zivilschutzes. Die Stadt New York hatte ein eigenes Notfallkoordinationszentrum - am Gelände des World Trade Center.
Der Standard






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