Ein riesiges Feld von Säulengräbern wurde in den Abruzzen entdeckt. Für die Erforschung fehlt den Archäologen das Geld.
Rom - Kein Land der Erde findet eine derartige Aufmerksamkeit der Archäologen wie Italien. Dabei richtet sich das Interesse vor allem auf drei Ziele: das alte Rom und seine Eroberungen, die Magna Grecia auf Sizilien sowie an den Küsten der südlichen Halbinsel und auf das Etruskerland nördlich von Rom bis in die heutige Toskana. Bei einer solchen Fülle von Forschungsobjekten scheint es erstaunlich, dass die Archäologie in jüngster Zeit auf einem ganz anderen Boden fündig geworden ist: in den unwirtlichen Bergen der Abruzzen.
Auf dem Gelände von Fossa, nicht weit von der Abruzzenhauptstadt L'Aquila entfernt, haben italienische Altertumsforscher ein gewaltiges Feld von 550 Gräbern entdeckt, von dessen Ausmaßen sie bis heute keine genaue Vorstellung haben. Luftaufnahmen lassen Kreise erkennen, in deren Mittelpunkt mächtige Menhire ein Grab markieren. Je bedeutender der Bestattete, umso größer die Felsensäule, bis zu sechs Meter hoch. Diesen Gräberkult pflegten Menschen, die als Krieger und Schäfer niemals Städte bauten. Ihr Lebensmittelpunkt waren die Gräber, die weit über ein Jahrtausend lang übereinander an der selben Stelle angelegt wurden. Den Prunk legten sie anfangs in die massigen Menhire. Später hingegen gaben sie den Toten Waffen und Schmuck, ja sogar verzierte Streitwagen mit auf die letzte Reise.
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