Fehlinterpretierte Dokumente und ignorierte physikalische Fakten: Die Geschichte von ,Hitlers Atombombe‘ muss korrigiert werden. Warum haben die deutschen Physiker während des Zweiten Weltkriegs keine Atombombe entwickelt? Seit mehr als 25 Jahren sind sich die Historiker einig, dass die deutschen Physiker wussten, wie eine Atombombe gebaut werden muss, dass aber ein Programm wie das amerikanische Manhattan-Projekt zu ihrer Realisierung in Deutschland, erst recht während des Krieges, unmöglich war. Eine genaue Analyse aller erhaltenen Original-Dokumente über die Arbeit an der Atombombe während des ,Dritten Reichs‘ zeigt jedoch erhebliche Fehler der Autoren durch unvollständige Analyse der Dokumente, falsches Verständnis naturwissenschaftlicher Erläuterungen und Ignorieren physikalischer Fakten. Es wird nachgewiesen, dass die deutschen Physiker bis zum Ende des Krieges nicht bemerkt hatten, dass eine Atombombe nur mit schnellen Neutronen realisiert werden kann. Nur Heisenberg hatte das richtige Prinzip spät erkannt, es aber nicht eindeutig kommuniziert und auch in keiner Weise physikalisch vertieft. Die physikalisch korrekte Interpretation der Dokumente zeigt, dass die deutschen Physiker während des Krieges erfolglos versuchten, einen Reaktor zu entwickeln, der auch eine Voraussetzung für den Bau einer Plutonium-Bombe gewesen wäre. Aber sie wussten nicht, wie eine Bombe realisiert werden kann, weil sie nie an einer realistischen Theorie der Atombombe gearbeitet hatten.
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/1...01794/abstract