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Thema: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

  1. #76
    Avatar von Sherlock
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    Zitat Zitat von thomasbachweiler Beitrag anzeigen
    [...]Deinen Ausführungen entnehme ich aber, dass im Zweifel immer wieder eine Einzelfallprüfung notwendig zu sein scheint. Oder anders formuliert, jede Bombe ist ein Einzelstück ? Über den gesamten Schaffensprozess ?[...]
    Die ersten A-Bomben waren tatsächlich handgefertigte Einzelstücke - Prototypen. Selbst die Nagasaki-Bombe unterschied sich von ihrer Vorgängerin, der Trinity-Bombe, noch in einem kleinen, aber wichtigen Detail.
    Später, als "fabrikmäßig" (oder besser: manufakturmäßig) produziert wurde, hat man natürlich standardisiert, denn sonst ist der Aufbau eines richtigen Waffenarsenals ja gar nicht nicht möglich.

    Zitat Zitat von thomasbachweiler Beitrag anzeigen
    [...]Try and Error, sowie optimale Konfiguration, im Hinblick auf die Neutronenvermehrung. So wie ich es bisher verstanden habe hat man sich doch an diese Sache rangetastet, oder ? Verschiedene Moderatoren, Würfel, Kugeln, etc.
    Beide haben das getan, die Deutschen als auch die Amis. Allerdings hatten die Deutschen keinen Fermi, sondern die Herren Diebner und Heisenberg, welche sich gegenseitig nicht grün waren. Das Ergebnis ist bekannt, Heisenberg hielt an seiner untauglichen Schichtanordnung sehr lange verbissen fest, anstatt sich Diebners Ergebnissen mit der Gitteranordnung zu beugen und mit ihm zu kooperieren.
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  2. #77
    Avatar von thomasbachweiler
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    Okay, bezüglich der inneren Geometrie von Kernreaktoren bin ich nun auch schlauer.

    Aber kommen wir mal zurück zum schweren Wasser.

    Bei fraktionierter Destillation ist die Rede von Destillationskolonnen mit einer Höhe von ab 15 Metern. Die Frage richtet sich jetzt in erster Linie an Holmes, hat die Höhe Einfluss auf den Wirkungsgrad des Verfahrens ? Könnte man diese Kolonnen auch horizontal anordnen ?

    Im Hinblick auf "geheime" Aktivitäten kann es ja nur um ein neues Verfahren zur Produktion, an das ich nicht glaube, oder an eine "Miniaturisierung" des bestehenden Verfahrens gegangen sein.

    Nach Arnstadt, und später Stadtilm, sollen ja 18 Zellen gekommen sein. Wenn man Rainer Karlsch glaubt. Die, und auch die Umschmelzöfen für das Uran von Mollenhauer und Kemper müssen ja irgendwo hingekommen und verblieben sein. Die Schule in Stadtilm erscheint mir diesbezüglich ein wenig unterdimensioniert.

    Was ist eigentlich mit deiner "Stromkarte" Conny ? Hast Du die inzwischen gefunden ?

  3. #78
    Avatar von Sherlock
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    Zitat Zitat von thomasbachweiler Beitrag anzeigen
    [...]Bei fraktionierter Destillation ist die Rede von Destillationskolonnen mit einer Höhe von ab 15 Metern. Die Frage richtet sich jetzt in erster Linie an Holmes, hat die Höhe Einfluss auf den Wirkungsgrad des Verfahrens ? Könnte man diese Kolonnen auch horizontal anordnen ?[...]
    Nein, könnte man nicht. Bei Der Destillation über Kolonnen handelt es sich um ein sogenanntes Gegenstromverfahren. Der Gegenstrom in der Kolonne kommt dadurch zustande, daß der abdestillierende Dampf in der Kolonne teilweise wieder kondensiert und entgegen der Strömrichtung des Dampfes zurückläuft. Der zurücklaufenden Anteil in der Kolonne ist dann mit dem schwerer flüchtigen Stoff und der Dampfanteil, welcher die Kolonne oben am Kolonnenkopf verläßt, mit dem leichter flüchtigen Stoff angereichert.
    In unserem Fall: Leichtes Wasser (Siedetemperatur rund 100°C) wird als Dampf abdestilliert, schweres Wasser (Siedetemperatur rund 101,4°C) bleibt zurück.
    Und damit das Kondensat überhaupt zurücklaufen kann, benötigst Du die Schwerkraft. Daher die hohen Kolonnen.

    Btw., um Mißverständnissen gleich mal im Vorfeld vorzubeugen:
    Das Destillationsverfahren arbeitet erst dann richtig gut, wenn man schon schwach angereicherten Ausgangsstoff, also Wasser mit einem Gehalt von 1-2 % an schwerem Wasser, einsetzt. Je höher der Schwerwasseranteil, desto besser klappt die Trennung.
    Diese Destillationsanlage funktioniert also nicht so, daß man auf der einen Seite Leitungswasser reinkippt und auf der anderen Seite dann 99,9 prozentiges schweres Wasser rausläuft.
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  4. #79
    Avatar von Alpha
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    @Sherlock

    Funktioniert aber nach flogendem Prinzip wenn ich das richtig verstanden habe

    erste Stufe-Leitungswasser rein(Anteil von schwerem Wasser ca. 0,02%)-raus kommt Wasser mit einem größeren Gehalt an schwerem Wasser (sagen wir mal 0,05%)

    Also je mehr Stufen desto größer wird der Anteil von schwerem Wasser bzw. auch durch wiederholte Durchläufe durch eine Stufe wird der Anteil an schwerem Wasser gesteigert?
    Richtig so?

    Gerade noch gefunden:

    aus 100l Leitungswasser können ca 50ml Deuteriumoxid (Preis2009 1760Euro) erzeugt werden

  5. #80
    Avatar von Alpha
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    Zwei weitere Verfahren zur Gewinnung

    Girdler Sulfid Prozess
    Geib Spevack Prozess

    Interessant daran das diese Verfahren energetisch effizienter sind bzw. sein sollen.

    Welches Verfahren wurde denn bei Norsk Hydro verwendet?

  6. #81
    Avatar von Glorfindel
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    Wasser Elektrolyse, das andere gab es erst seit 1940, die von Dir genannten sind ein und das selbe Verfahren mit zwei verschiedenen Bezeichnungen.

  7. #82
    Avatar von Alpha
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    Ich geh mal davon aus das Wasser Elektrolyse die Antwort für Norsk war:-)
    Das die zwei Verfahren ähnlich sind ist mir schon klar.Erwähnen sollte man die beiden (wenn auch) gleichen
    Verfahren der Vollständigkeit halber schon.

  8. #83
    Avatar von Glorfindel
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    Jo, exakt das war die Antwort für Norsk, die haben ab ca. 1934 produziert. Hatten halt eine gute Kombi aus gutem Wasser und einer menge Energie-Überschuß ( Elektrizität ) des Wasserkraftwerkes.

    Nicht die gleichen, die selben ..... ist ja letzt endlich auch Wurscht ;-)

    "Der Girdler-Sulfid-Prozess dient der Anreicherung von normalem („leichten“) zu „schwerem“ Wasser und ist nach dem ersten industriellen Anwender, der Girdler-Company, benannt, ist aber auch als Geib-Spevack-Prozess nach Karl-Hermann Geib und Jerome S. Spevack bekannt. Unabhängig voneinander erfanden beide Anfang der 1940er-Jahre das Verfahren, das der Gewinnung von Schwerem Wasser dient."
    Geändert von Glorfindel (06-01-2015 um 18:49 Uhr)

  9. #84
    Avatar von Alpha
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    Was ich bei dem Thema interessant findest die Tatsache das in der Geschichtsschreibung immer nur Norsk Hydro und der enorme Energieaufwand als Totschlag
    Argument erwähnt werden. Die beiden oben genannten Verfahren könnten durchaus auch eingesetzt worden sein. Ich geh mal davon aus das die Verfahren in Deutschland bekannt waren.

  10. #85
    Avatar von thomasbachweiler
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    Schweres Wasser ist, was Norsk Hydro angeht, ein Kuppelprodukt. Die verschiedenen Bemühungen zur inländischen Produktion sind ja hinreichend dokumentiert.
    Dabei wurde auf der Einsatz anderer Verfahren in Erwägung gezogen, teilweise begonnen, teilweise aus Kostengründen verworfen.

    Meiner Erinnerung nach hatte man am Ende 2.5-2.7 Tonnen schweres Wasser, 1.5 Tonnen hat wohl Heisenberg bekommen, 600 Liter sind angeblich in Gottow noch verbraucht worden. Zu Haigerloch heisst es, dass der Reaktor mit einer anderen Geometrie kritisch geworden wäre. Ist er aber nicht.

    Unter normalen Bedingungen wäre es wahrscheinlich keine Sache gewesen mit der Produktion, aber unter Kriegs- und Zeitdruck war es eben ein Problem.

    Deshalb ja in einer anderen Beitragsfolge die Frage nach einem alternativen Moderator. Das wäre aber dann ein echter "Aussenseiterversuch" gewesen, da sowohl Heisenberg als auch Diebner, nach der dem Bothe-Desaster, auf Schwerwasser setzten. An einen Leichtwasserversuch vermag ich nicht zu glauben.

  11. #86
    Avatar von Glorfindel
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    Zitat Zitat von Alpha Beitrag anzeigen
    Was ich bei dem Thema interessant findest die Tatsache das in der Geschichtsschreibung immer nur Norsk Hydro und der enorme Energieaufwand als Totschlag
    Argument erwähnt werden. Die beiden oben genannten Verfahren könnten durchaus auch eingesetzt worden sein. Ich geh mal davon aus das die Verfahren in Deutschland bekannt waren.
    Ja, 1940 wurden sie entwickelt, standen also im WKII zur verfügung, in wie weit diese bereits einsetzbar waren ist mir nicht bekannt.

  12. #87
    Avatar von Sherlock
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    Zitat Zitat von Alpha Beitrag anzeigen
    @Sherlock

    Funktioniert aber nach flogendem Prinzip wenn ich das richtig verstanden habe

    erste Stufe-Leitungswasser rein(Anteil von schwerem Wasser ca. 0,02%)-raus kommt Wasser mit einem größeren Gehalt an schwerem Wasser (sagen wir mal 0,05%)
    Mit Leitungswasser funktionierts auch, aber nicht gut. Da brauchst Du wesentlich mehr Kolonnenapparate und hast nen viel, viel höheren Energieverbrauch. Deshalb setzt man eben sinnvoller Vorkonzentrate mit geringem Gehalt an D2O ein, die aus einem der anderen Verfahren schon günstiger erhalten werden.
    Es kommt darauf an, mehrere Verfahren sinnvoll miteinander zu kombinieren, damit sich der günstigste Energieverbrauch ergibt. Und das erfordert jede Menge Versuche dazu, die ja auch irgendwo dokumentiert sein müßten ... wenn man die Versuche durchgeführt hätte.

    Zitat Zitat von Alpha Beitrag anzeigen
    [...]Also je mehr Stufen desto größer wird der Anteil von schwerem Wasser bzw. auch durch wiederholte Durchläufe durch eine Stufe wird der Anteil an schwerem Wasser gesteigert?
    Richtig so?[...]
    Halbrichtig bzw. halbfalsch. Nach jeder Stufe nimmst Du den Sumpf (also das, was im Destillationsgefäßt übrig bleibt) ab, bestimmst den Gehalt an D2O und vereinigst den mit dem Destillat einer höheren Stufe, welches ungefähr den gleichen Gehalt an D[SUB]2[SUB]O aufweist. Das kommt dann in einen dritten Kolonnenapparat und wird nochmal destilliert. Und da läuft dann wieder dasselbe Schema ab und wieder und wieder ... bis Du irgendwann mal D2O von genügender Reinheit hast.
    Wenn so ne Anlagenreihe dann mal steht, wird die entsprechend verrohrt und mit Pumpen versehen usw., das kann man dann automatisieren. Da pumpt man dann wirklich links das Vorkonzentrat rein und zapft rechts das hochkonzentrierte D2O ab.

    Welches Verfahren wurde denn bei Norsk Hydro verwendet?
    Das Norsk-Hydro-Verfahren möglicherweise? Also Elektrolyse.

    Erwähnen sollte man die beiden (wenn auch) gleichen Verfahren der Vollständigkeit halber schon.
    Wurden bereits erwähnt. Harteck-Suess-Prozess hast Du noch vergessen.

    Ich geh mal davon aus das die Verfahren in Deutschland bekannt waren.
    Wie hier im Thread schon geschrieben - das Girdler-Verfahren und der Geib-Spevak-Prozess sind ein und dasselbe. Und der Herr Geib gehörte zur Arbeitsgruppe um Harteck. Also war das Verfahren in Deutschland natürlich bekannt. Nur gibts bei diesem Verfahren große Probleme mit Korrosionfestigkeit, welche aus die Amis erst nach Kriegsende in den Griff bekammen. Ob das die Deutschen mit dem notorischen Sparstoffmangel überhaupt geschafft hätten, ist eine offene Frage. Denn zwischen Laborversuchen und der Umsetzung in den technischen Maßstab, da liegen buchstäblich Welten.

    Btw. ... Deine Preisangabe für schweres Wasser ist längst nicht mehr aktuell, das Zeugs ist mit rund 1000 Euronen pro Liter sogar relativ billig.
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  13. #88
    Avatar von Samuel
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    Zitat Zitat von Conny Beitrag anzeigen
    Die Anweisung Görings an den Reichs Forschungsrat ist ja schön und gut...
    Wenn man sich mal mit der Wehrforschungsgemeinschaft befasst wischt man diese nicht so einfach als belanglos vom Tisch.

  14. #89
    Avatar von thomasbachweiler
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    Zitat Zitat von Samuel Beitrag anzeigen
    Wenn man sich mal mit der Wehrforschungsgemeinschaft befasst wischt man diese nicht so einfach als belanglos vom Tisch.
    Die Verwaltungsvorschriften gelte nur dann wenn sie in die eigene Argumentation passen.

    Es bleibt dabei D20 war der Engpassfaktor im deutschen Projekt und Harteck galt als der Fachmann für dieses Thema.

    Im April 44 berichtete Harteck über vier Verfahren zur Herstellung von D20 in geringer Konzentration mit anschliessender Option auf Hochkonzentration.

    Harteck Prozess - Wasser bei vermindertem Druck destillieren
    Clusius-Linde
    Harteck-Suess Austauschverfahren
    Geibs Verfahren mit Schwefelwasserstoff

    Harteck stellte sich wohl eine mittelgrosse Anlage mit einer Kapazität von 2 Tonnen jährlich vor.
    Das Problem war nur, dass man mehr als 1 Mio RM investieren hätte müssen.

    Mein Eindruck ist, dass sich das deutsche Projekt immer im Spannungsfeld von Entscheidungen befunden hat und dabei immer die rückwirkend betrachtet falsche Entscheidung getroffen worden ist.

    Der D20 Produktion hat man Mittel mit Hinweis auf die Anreicherungsmöglichkeiten verweigert, und umgekehrt.
    Geändert von thomasbachweiler (09-01-2015 um 19:36 Uhr)

  15. #90
    Avatar von thomasbachweiler
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    Zitat Zitat von rak64 Beitrag anzeigen
    Es gab in wien einenKarl Nowak, der radios baute, keine Rückkoppelungs sondern irgendwas mit vorwärts, habs leider vergessen.
    So, Karl "Ich hatte einen Umschlag" Nowak ist aufgetaucht. Meiner Meinung nach ist die Story Unfug.

    Der taucht bei Mehner auf, im epochalen Werk "Das Geheimnis der deutschen Atombombe". Dort der Hinweis auf Wilhelm Landig und seine "Wolfszeit um Thule".

    "Produktionsreife Vorlage zur Entwicklung einer Wasserstoffbombe"

    Halte ich jetzt auf Basis dieser beiden Quellen eher für eine spekulative Sache.

  16. #91
    Avatar von Gasi
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    Hallo,
    weiss jemand von Euch wo die SH-200 Anreicherungsanlage aufgebaut werden sollte bzw. wurde. Nach diesem Protokoll sollte es Keran (Firma)?, Weida (Thüringen?) sein.
    mfg Gasi
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  17. Dateityp: jpg 1944.01.04 Protokoll 1 schwehre wasser.jpg (195,2 KB, 39x aufgerufen)
  18. Dateityp: jpg 1944.01.04 Protokoll 2 schwehre wasser.jpg (242,5 KB, 24x aufgerufen)
  19. #92
    Avatar von Tigel1
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    @Gasi,es ist MERAN gemeint.Ein Ort,keine Firma.Solche Anlagen waren an verschiedenen Orten in Betrieb.Leuna,Kiel usw.Gibt es aber ausführliche Berichte im DM München dazu.

  20. #93
    Avatar von Conny
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    Frage: Wie viel ist denn von den 2,5 t -2,7 t schweren Wasser denn überhaupt aufgefunden worden? Eintausend Ltr. gingen ins Haigerloch und weiter? Da gibt es die Behauptung, dass in der Nähe von Pfatter GI´s einen Behälter mit schweren Wasser in die Regen gekippt haben sollten. Größe des Inhaltes unbekannt. Dann hätten wir noch 600 Ltr., die ein Forscher erhalte haben soll.

    Zum Schluss haben wir die verbürgte Aussage, als es bei Berkei in der Lampenfabrik brannte, >Hauptsache, meinem schweren Wasser ist nichts passsiert<. Was hat der Ami oder der Russe vorgefunden?

    MfG

    Conny

  21. #94
    Avatar von Tigel1
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    Zitat Zitat von Conny Beitrag anzeigen
    Frage: Wie viel ist denn von den 2,5 t -2,7 t schweren Wasser denn überhaupt aufgefunden worden? Eintausend Ltr. gingen ins Haigerloch und weiter? Da gibt es die Behauptung, dass in der Nähe von Pfatter GI´s einen Behälter mit schweren Wasser in die Regen gekippt haben sollten. Größe des Inhaltes unbekannt. Dann hätten wir noch 600 Ltr., die ein Forscher erhalte haben soll.

    Zum Schluss haben wir die verbürgte Aussage, als es bei Berkei in der Lampenfabrik brannte, >Hauptsache, meinem schweren Wasser ist nichts passsiert<. Was hat der Ami oder der Russe vorgefunden?

    MfG

    Conny
    @ Conny ,welche Rolle sollte das eigentlich spielen(Menge an Schweren Wasser)?Ist doch in keinen Bezug überhaupt relevant -oder?

  22. #95
    Avatar von Gasi
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    Hallo Tigel,
    danke für den Hinweis Meran. Ich muß mir eine neue Brille kaufen. Ja, das was an Dokumenten in München liegt ist vermutlich ein geringer Teil dessen was .....die erbeuteten Forschungsberichte wurden 1945 in die USA gebracht und ausgewertet. Erst 1970 erfolgte die Rückführung nach Deutschland. Seit 1998 sind die Geheimberichte zum deutschen Atomprogramm im Archiv des Deutschen Museums verwahrt… zurückgegeben wurde. Sicher der unbedeutende Teil der erbeuteten Unterlagen. Es wird der Rest der Dokumente sein, welche die Amerikaner für "übergabewürdig " hielten. Es ist ja nicht wahrscheinlich dass von Anfang 1944 bis Mai 1945 auf diesem Gebiet der Schwerwasser-Forschung (und Produktion) nichts passierte. Mich interessieren regionale Bezüge. Hier speziell der Standort Weida/Thüringen. Ein eigentlich unbedeutender und unbekannter Standort. Wer weis etwas (Chemieanlagenbauer/Baufirmen/ Forschungseinrichtungen) aus dieser Zeit aus dieser Region) darüber. Auch per PN.
    mfg Gasi
    Geändert von Gasi (15-07-2017 um 11:08 Uhr)

  23. #96
    Avatar von Tigel1
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    @Gasi,Standort Weida ist nicht unbedeutend.Eine wichtige Rolle spielte hier die PTR,welche selber in der Reaktorfoschung tätig war.Deshalb der Bezug zu schweren Wasser.Umfassende Informationen dazu findet man bei der PTR selbst,einschließlich der Namensliste der dort tätigen Forscher.

  24. #97
    Avatar von Gasi
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    Hallo,
    danke Tigel. Aus der Homepage der PTB (Physikalisch-Technischen Bundesanstalt): Im Jahre 1943 wurden wegen kriegsbedingter Gefahren Laboratorien, Messgeräte und Mitarbeiter der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt (PTR) von Berlin nach Weida verlegt. Weitere Niederlassungen der PTR in Ostthüringen gab es u.a. in Ronneburg und Zeulenroda.
    Frage in diesem Zusammenhang: Wer kennt den Inhalt der Tautorus-Liste (Liste der deutsche Uran-Arbeiten- von W.Tautorus (Pseudonym von K.Diebner) in der Zeitschrift -Atomenergie- 1956 oder ist im Besitz dieser Zeitschrift?
    mfg Gsi
    Geändert von Gasi (15-07-2017 um 12:33 Uhr)

  25. #98
    Avatar von Tigel1
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    Zitat Zitat von Gasi Beitrag anzeigen
    Hallo,
    danke Tigel. Aus der Homepage der PTB (Physikalisch-Technischen Bundesanstalt): Im Jahre 1943 wurden wegen kriegsbedingter Gefahren Laboratorien, Messgeräte und Mitarbeiter der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt (PTR) von Berlin nach Weida verlegt. Weitere Niederlassungen der PTR in Ostthüringen gab es u.a. in Ronneburg und Zeulenroda.
    Frage in diesem Zusammenhang: Wer kennt den Inhalt der Tautorus-Liste (Liste der deutsche Uran-Arbeiten- von W.Tautorus (Pseudonym von K.Diebner) in der Zeitschrift -Atomenergie- 1956 oder ist im Besitz dieser Zeitschrift?
    mfg Gsi
    @Gasi ,die Liste ist offiziell zugänglich.Sie enthält die Namen von 222 Wissenschaftlern,welche sich in der Zeit von 1939-1945 mit den dt.Geheimarbeiten zur Kernenergiegewinnung befaßt haben und listet deren Themen auf.Nr.1 ist Bagge/Diebner...........Nr.222 ist K.G.Zimmer zum Bsp.,verfaßt von Werner Tautorus.
    Besp.: Nr.: 36 (derListe)K.Clusius,Linde :Patentanmeldung über Verfahren zur Gewinnung von schweren Wasserstoff bzw.schweren Wasser.Wasserstoff-Fraktionierung.
    Geändert von Tigel1 (15-07-2017 um 13:37 Uhr)

  26. #99
    Avatar von Rondo
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    Standard AW: Schwerwasser-Forschung in Deutschland

    Ich versuche mal Regional um das Gebiet Weida und Berga zu erhellen.
    Weida: PTR (Lederwerke Dix)
    Weida: PTR (Osterburg) Labor für die Abteilung 4 (Optik)
    Ronneburg: PTR Abteilung 5 (Atomforschung)
    Zeulenroda: PTR Abteilung Hochfrequenzforschung
    Hohenleuben bei Weida: PTR, dort wurde der PTR ein Saal 280qm zugewiesen. Was dort vorging, im Moment noch unklar.
    Wolfersdorf bei Greiz: PTR, Was dort vorging, im Moment noch unklar. Könnte auch ein zugewiesenes Privatquartier sein. 48qm oder 480qm. Nicht klar entzifferbar.

    Steinbruch Loitsch b. Hohenleuben: Hinweise das dort in einer Stollenanlage Teerrückstände aus Schwalbe V eingelagert werden sollten. Projekt unklar. Steinbruch mit Müll zu DDR-Zeiten verfüllt.
    Wünschendorf b. Berga: Baufirmen errichten Betonfundamente für ??? Kontingente und Projektierung erfolgt über die BRABAG Zeitz im Rahmen Schwalbe V.
    Berga Elster: Baustelle Schwalbe V / Projekt im März 45 eingestellt. Es gibt Überlegungen einen anderen Nutzer zu zuweisen. -> da hätte auch die Schwerwasseranlage keine Chance gehabt. :-)

    Zur Schwerwasserproduktion:
    hat sich mal jemand mit der BAMAG (Berlin-Anhaltinische-Maschinen AG) beschäftigt? Die haben wohl solche Anlagen erstellt.


    weil die Frage weiter vorne auftauchte. Ob Kolonen stehen oder liegen müssen. In den Fischer-Tropsch-Archiven gibt es Unterlagen dazu. Die Anlagen Schloven1, Schloven2 und Kleinschloven müssen Versuchsanlagen gewesen sein. Mit fast liegenden Kolonen. Es ging dabei um die Frage, eben die Bauhöhe drastich unter 15m zu drücken.
    Geändert von Rondo (24-07-2017 um 23:25 Uhr)
    www.walpersberg.com

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