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Thema: U-Verlagerungen in Oberhessen

  1. #26
    Avatar von morzomo
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    Standard AW: U-Verlagerungen in Oberhessen

    Hinzuzufügen ist noch, dass der Stollen den wir damals auf dem Gelände der Grube "Vereinigter Wilhelm" ehemals Beton Schmidt entdeckt haben und von dem auch die Fotos sind wohl Teil der Erzwaschanlage war. Scheinbar wurde das Schlammwasser zunächst in die Horloff geleitet. Durch zunehmende Verschlammung der Horloff wurde dann der Schlamm über Rohrleitungen in Schlammteiche bzw. den ehemaligen Braunkohletagebau, welcher jetzt der Inheidener See ist, geleitet. Einige wenige Bilder der Grube "Vereinigter Wilhelm", dem 1,3km langen Verbindungsstollen und der Erzaufbereitungsanlage findet man in "Unser Pütt" 11 / 1960 "Informationen des Essener Steinkohlebergwerke AG und des Mannesmann-Erzbergbau" Seite 8-9 Artikel "Umstellung auf Tagebau Feldheimer Wald und Umbau der Aufbereitung waren ein voller Erfolg".

    Liebe Grüße
    Das Leben ist ein Geben und Nehmen...man übergibt sich, man übernimmt sich.

  2. #27
    Avatar von Theo
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    Standard AW: U-Verlagerungen in Oberhessen

    Danke für den interessanten Bericht.
    Hat mir gefallen.
    Grüße von Theo

  3. #28
    Avatar von manganer
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    Standard AW: U-Verlagerungen in Oberhessen

    Sehe ich genauso! Da hat sich einer richtig Mühe gegeben...

  4. #29
    Avatar von morzomo
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    Standard AW: U-Verlagerungen in Oberhessen

    Vielen Dank :-)

    Ich muss sagen ich hab mich da schon in der Bringschuld gesehen, nachdem ich den Thread aufgemacht habe.

    Zu erwähnen ist noch, dass es bezüglich der U-Verlagerung der VDO in Freienseen eigentlich zwei Tunnel gibt, von denen wohl nur einer als Produktionsstätte genutzt wurde. Auf "http://www.vergessene-bahnen.de" wird hierüber berichtet:
    "Ende der 30er Jahre sollte die Strecke Hersfeld - Alsfeld - Mücke - Hungen zweigleisig ausgebaut werden. Ein Relikt aus dieser Zeit ist der neue Freienseener Tunnel, dessen Zufahrt im linken Bild nach rechts abzweigte. Im linken Bild ist die Zufahrt zu diesem Tunnel von 1939 zu sehen.
    Der neue Tunnel war für mindestens zwei Gleise ausgelegt und hätte von der Höhe auch noch für eine Oberleitung gereicht. Er wurde jedoch nie für den Zugverkehr genutzt. Zunächst baute in ihm die Firma VDO Teile für die V-Waffen, heute wird er zur Pilzzucht genutzt. Durch die Vermauerung und den Bewuchs kann man vom Portal nicht mehr viel erkennen. Er liegt tiefer als der alte Tunnel und ist mit 196 m auch 63 m länger."

    Weiterhin wird auf https://www.alexanderhitz.de/reichel...reienseen.html berichtet:

    "Südlich von Freienseen im Vogelsberg unterquerte die ehemlige Reichsbahnstrecke Hungen-Mücke den Galgenberg. Die Strecke wurde 1890 bis Laubach in Betrieb genommen, 1903 bis Mücke verlängert und ab hier als Seental-Eisenbahn bekannt. Der eingleisige Reichsbahntunnel hat eine Länge von 133 Metern und wurde 1902 gebaut. Am 31. Mai 1958 wurde die Strecke zwischen Freienseen und Mücke stillgelegt. Im Jahr 1959 wurde der Personenverkehr zwischen Hungen und Freienseen, sowie der Güterverkehr zwischen Laubach und Freienseen eingestellt. Der Streckenabschnitt Laubach-Mücke wurde stillgelegt und zurückgebaut.
    1936 wurde geplant diese Strecke von Hungen bis Bad Hersfeld zweigleisig auszubauen und als Hauptbahn zu nutzen. Zu Beginn des 2.Weltkrieges 1939 war dazu der neue Freieseener Tunnel in zweigleisiger Ausführung bereits fertiggestellt, die Strecke aber aufgrund des Krieges nie fertiggestellt, so dass dieser Tunnel für die Bahn nie genutzt wurde.

    Gegen Ende des Krieges wurden wichtige Teile der weitgehend zerstörten deutschen Rüstungsindustrie zunehmend in sogenannte "U-Verlagerungen" verlegt. Dazu wurden Höhlen, Bergwerke und auch Eisenbahntunnel genutzt. In den neuen Freienseener Tunnel wurde 1943 unter dem Decknamen "Grasmücke" die Frankfurter Firma VDO verlegt. Hier wurden Tachos für Flugzeuge produziert. Dazu waren neben Angestellten auch Zwangsarbeiter im Einsatz. Mit Ende des Krieges wurde auch die Produktion hier eingestellt. Das Verwaltungsgebäude oberhalb des Nordportals wurde nach dem Krieg zur Gaststätte umgebaut.

    Ende des Krieges soll auch ein verlassener Wehrmachtszug im alten Freienseener Tunnel gestanden haben. In dem Buch Töpfe unter Dampf ist dazu zu lesen: "Die Neugier der Dörfler ließ sie in den Tunnel strömen, und sie inspizierten ihrerseits den Zug, den sie dann ein bisschen umbauten, sagen wir mal, sie brachten ihn in Einzelteilen aus dem Tunnel. Fahren konnte ihn ja keiner."

    Beide Tunnel dienen seit dem Krieg der Pilzzucht von Speisepilzen." (Irgendwie merkwürdig, war die Strecke zumindest bis 1958 in Betrieb?)

    Auf den verlinkten Seiten findet man auch entsprechende Bilder vom Tunnel. Im Hessenrundfunk gab es auch einmal einen Beitrag über die Pilzzucht dort.

    Und ich möchte noch erwähnen, dass die Gebäude der Grube "Abendstern" in dem die Gaststätte "Zum Rottweiler" war in den späten 70er oder Anfang der 80er abgerissen wurden. Bezüglich der Gruben hab ich es auch etwas verwirrend geschrieben, die Abbauarten waren (Eisenerz):
    Grube Vereinigter Wilhelm: Untertage
    Grube Abendstern: Tagebaue und Untertage, Abfuhr mit Seilbahn
    Grube Redemta: Tagebau, mit Abfahrstollen zu Feldheimer Wald
    Grube Moritz: Tagebau, mit Lorenbahn (?)
    Feldheimer Wald: Tagebau und Untertage (zumindest einige Stollen) mit Abfahrstollen

    Das abgebaute Eisenerz all dieser Gruben wurde zur Grube Vereinigter Wilhelm transportiert, wo das Erz gewaschen und auf die Bahn verladen wurde.

    Liebe Grüße
    Geändert von morzomo (18-03-2019 um 21:00 Uhr)
    Das Leben ist ein Geben und Nehmen...man übergibt sich, man übernimmt sich.

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