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Thema: Einlagerungsprobleme

  1. #1
    Titel selbst wählen Avatar von Condor66
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    Standard Einlagerungsprobleme

    Welche Probleme die Verlagerung von Kunstgut bereits 1943 machte soll folgende Abschrift eines Briefes von Voß an Mutschmann zeigen. Es geht speziell um den ersten Einlagerungsort der „Sixtinischen Madonna“ auf der Albrechtsburg in Meisen.

    11. Mai 1943 – Voß an Mutschmann:
    „Auch vom konservatorischen Standpunkt aus gibt der jetzige Bergungsort zu schweren bedenken Anlaß. Die Luftfeuchtigkeit ist eine ziemlich hohe (durchschnittlich etwa 80%), was an sich noch keine Gefährdung des Erhaltungszustandes bedeuten würde. Da nun aber das Gemälde dauernd in seiner Kiste eingeschlossen ist, so besteht die Gefahr, daß die Feuchtigkeit innerhalb der selbigen noch einige Grade höher liegt und bei dem Mangel an einer modernen Klimatisierung des Raumes zur Korrigierung der Temperatur und der Feuchtigkeitsgrade zu einer langsamen Vergilbung oder Zersetzung des Firnisses beziehungsweise der Malschicht selber führt.“

  2. #2
    Stammuser Avatar von Kracher
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    Standard AW: Einlagerungsprobleme

    Aber sind nicht grad diese zu einem Recht frühen Zeitpunkt angestellten Überlegungen ein Indiz dafür, dass alles seinen ordentlichen Gang ging ?

    Unter Umständen hat man sich allerdings auch technischen Geräts bedient um die Vorraussetzungen für eine sachgerechte Einlagerung zu schaffen.
    Als Beispiel sei hier die Bleibergmine aufgeführt. Hier wurde Beheizung und Belüftung durch Abluft eine Fabrik sichergestellt.
    Geändert von Kracher (25-04-2008 um 21:58 Uhr)
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  3. #3
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    Avatar von Condor66
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    Standard AW: Einlagerungsprobleme

    Bei diesen frühen Verlagerungen schon Kracher, was ist aber mit den späteren, z.B. Kunstgütern aus Ostpreußen? Ostpreußen galt ja als relativ Luftsicher.
    Man muß auch die Vorbereitungsmaßnahmen für Auslagerungsorte einbeziehen, die sich über Monate hinzogen, Klimakammern zum Beispiel.

  4. #4
    Stammuser Avatar von Kracher
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    Standard AW: Einlagerungsprobleme

    Auch für die war vorgesorgt, wenn ich Enke richtig verstanden habe.

    Dies wohl in zweierlei Hinsicht. Die frühen ausgesuchten Orte boten wohl einen ausreichenden Luftschutz und man gab sich der Annahme hin, dass diese sich in einer ausreichenden Entfernung zur HKL befinden. Mit dem Sturm der roten Armee hat sich die Lage ja wohl in knapp 5 Monaten recht dramatisch verändert und man fasste weitere Orte ins Auge, die nach anderen Kriterien (u.a. Eignung zur zeitweisen Verbergung) ausgesucht wurden.
    Also Variante A und B.

    @conny, schreib doch auch mal was dazu ;-)
    Geändert von Kracher (25-04-2008 um 22:23 Uhr)
    Янтарная комната

  5. #5
    Stammuser Avatar von Kracher
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    Standard AW: Einlagerungsprobleme

    Noch ein Nachtrag, so wie ich es verstanden habe, hat der Bedarfsträger sich einen Lagerort ausgesucht. Dieser musste dann durch die Administration, beispielsweise Mutschmann, genehmigt und zugewiesen werden. Zusätzlich hat der Bedarfsträger noch einen Mietvertrag mit dem "Lagerort" geschlossen.
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  6. #6
    Stammuser Avatar von intravenoes
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    Standard AW: Einlagerungsprobleme

    Ich muss da Condor zustimmen. Wenn die Zeit gegen Ende des Krieges knapp geworden ist und z.B. ein Transport nicht mehr weiter kam, so wird man ihn schnellstens andersweitig "entsorgt" haben, oder nicht?
    Chris

  7. #7
    Stammuser Avatar von Henry Hatt
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    Standard AW: Einlagerungsprobleme

    genauso ist es...Ansprüche an den Verlagerunsort konnte man ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr stellen und hat man nicht mehr gestellt, wie zahlreiche Beispiele zeigen. Man war froh, wenn man überhaupt noch eine Möglichkeit fand.

  8. #8
    Stammuser Avatar von Ingwer
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    Standard AW: Einlagerungsprobleme

    Henry,

    Kurz vor Toresschluss war die Zeit knapp.

    Licht an: Wenn die Fronten auf "D" vorrücken und die Schlinge sich
    enger zieht, versuche ich nicht erst 1 Minute vor 12, nach
    einer Ein- oder Zwischenlagerung.

    Das waren ja keine Deppen damals. Das wäre meine Überlegung dazu.

    Und: Wenn Wertvolles verwahrt wurde, dann nicht in Nässe und Tiefe.
    Davon kann man getrost ausgehen!


    P.S. Schön, Dich wieder mal zu lesen.
    Schätze gibt es Viele. Der grösste Schatz jedoch ist
    Wissen!

  9. #9
    Stammuser Avatar von Henry Hatt
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    Standard AW: Einlagerungsprobleme

    da geb ich dir uneingeschränkt Recht

  10. #10
    Stammuser Avatar von Conny
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    Standard AW: Einlagerungsprobleme

    Es war schon damals aus konservatorischer Sicht der Spruch bekannt, einmal transportiert halber Verlust (also der Schaden am Bestand). Allerdings waren Überlegungen, wie Klimakammern und langsames Angleichen an das Raumklima in der Form, wie es heute betrieben wird, nicht aktuell. Zumindest hat man sich intensiv darum bemüht, dass das Klima so gestaltet wird, dass es dem Klima am Ursprungsort entspricht. In Kali und Salz waren die besten klimatischen Bedingungen vorhanden und das hatte man an Hand der Auswertungen über den Zustand von alten Holzplastiken und Paramente in einer Kali Schachtanlage feststellen können. Eine Rüstungs Inspektion hatte es festgestellt, als sie dazu übergingen Produktionen nach unter Tage zu verlagern. Die Hygroskopie hatte man immer beachtet. Die haben bei der Luftschutztagung wirklich an alles gedacht. Es ging damit los, dass die für die Bewachung zuständigen Personen grundsätzlich Reichsdeutsche sein mussten, zusätzlich schriftlich zur Geheimhaltung vergattert wurden. So ein Formular aus Sachsen habe ich vorliegen. Dann wurde festegelgt, wie groß der Radius sein sollte, in dem die einzelnen Depots für einen Sammelbestand sein musste, dazu wie oft die Gegenstände zu kontrollieren sind und wie man sie notkonsverieren sollte usw usw. Die haben sich wirklich um alles bemüht. Immer daran denken, ein jeder Transport hatte einen Person als Bekleidung, die von diesen Dingen fachlich etwas verstand.

    Für mich stellte sich dadurch die Frage, wer hatte das BZ und die anderen Gegenstände, die auf diesem Konvois mitgeführt wurden, bekleidet? Dabei komme ich immer auf Frau Dr. Lott-Lore Behling. Sie kam in Weimar an. Leider ist aus ihrer alten Personalakte nichts ersichtlich gewesen. Die neue hatte ich dummerweise nicht eingesehen. Ich weiß auch nicht, ob ich da heran gekommen wäre, eben wegen der persönlichen Daten.


    MfG

    Conny
    Geändert von Conny (22-04-2010 um 14:45 Uhr)

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