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Thema: Bernsteinzimmer Phase II - Königsberger Tage

  1. #1
    Stammuser Avatar von Kracher
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    Standard Bernsteinzimmer Phase II - Königsberger Tage

    Am 14.10.1941 kommt das Bernsteinzimmer in Königsberg an.
    Der Aufbau erfolgt wohl ohne Spiegelfelder und Füllstücke. Darüber hinaus fehlen 2 Türen, die erst am 13.1.1942 "nachgeliefert" werden.

    Dr. Alfred Rohde, Direktor des Königsberger Schlosses und der Kunstsammlungen der Stadt Königsberg, der zu den bedeutendsten Bernsteinexperten Europas zählte, stellte im dritten Stock im Südflügel des Schlosses einen Raum für das Bernsteinzimmer zur Verfügung. Zwei Jahre lang war es für die Öffentlichkeit zugänglich.

    Zeitungen berichten am 13.11.1941 unter dem Titel "Wände aus Bernstein im Schloss" über das Zimmer.

    Dr. Rohde selbst war Ernst Gall dem Direktor der Preußischen Schlösserverwaltung unterstellt.

    Folgend möchte ich zu den Dimensionen des Zimmers einmal den Brockhaus zitieren.

    "Nach der Eroberung Zarskoje Selos durch deutsche Truppen wurde das Bernsteinzimmer demontiert und in 22 jeweils 4 Meter langen und 2 Meter breiten Kisten nach Königsberg gebracht, wo es im Herbst 1942 eintraf. Die Bernsteinwände schmückten dort einen Raum des Königsberger Schlosses, und ein Zeitzeuge, Generalfeldmarschall von Küchler – der Oberbefehlshaber im Raum Leningrad –, berichtete am 5. Juli 1946 unter Eid vor dem Internationalen Militärtribunal in Nürnberg: »Die abmontierten Platten (des Bernsteinzimmers) sollten in Riga aufbewahrt werden, da in Pleskau kein geeigneter Raum für die sachgemäße Lagerung vorhanden war. Entgegen diesem von mir genehmigten Vorschlag sind die Platten nach Königsberg geschafft worden. Ich hörte aber erst davon, als ich nach meiner Entlassung wieder in Königsberg meinen Wohnsitz nahm. Es wurde mir erzählt, das Zimmer sei im Königsberger Schloss aufgestellt worden. Ich ging hin und sah das Zimmer in einem Saal des Schlosses, zwar in etwas verkleinerter Form, wie mir schien, aber sonst tadellos erhalten aufgebaut."

    Wer aufmerksam liesst, stellt fest, dass die zeitliche Einordnung, hier 1942, falsch ist. Korrekt müsste es Herbst 1941 lauten.
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  2. #2
    Titel selbst wählen Avatar von Condor66
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    Standard AW: Bernsteinzimmer Phase II - Königsberger Tage

    Wann war überhaupt der Brand in der Wehrmachtausstellung in dessen Folge das BZ abgebaut und gereinigt wurde? Wie Daten sind sehr widersprüchlich.

  3. #3
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    Standard AW: Bernsteinzimmer Phase II - Königsberger Tage

    "Das Bernsteinzimmer wurde zum letzten Mal im Juni 1944 gesehen. Der ostpreußische Gauleiter Erich Koch hatte die 107 Paneele und 150 Figuren nach einem Feuer im Königsberger Schloss abbauen und verpacken lassen. Dafür gab es Augenzeugen. Die Zeugen, die danach kamen, haben immer nur die Kisten, aber niemals den Inhalt gesehen."

    Quelle : Der Spiegel
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  4. #4
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    Standard AW: Bernsteinzimmer Phase II - Königsberger Tage

    J, aber wann genau war der Brand?

  5. #5
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    Standard AW: Bernsteinzimmer Phase II - Königsberger Tage

    Enke schreibt Feb 1944 hat es in der antisowjetischen Hetzausstellung gebrannt...Zeuge Schlossoberinspektor Henkensiefken
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  6. #6
    Stammuser Avatar von rak64
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    Standard AW: Bernsteinzimmer Phase II - Königsberger Tage

    Also war gut ein halbes Jahr, sich zu überlegen, was zu tun und wie zu schützen?!

  7. #7
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    Standard AW: Bernsteinzimmer Phase II - Königsberger Tage

    Ist bekannt, wann das Bernsteinzimmer durch Dr. Wunder (ERR) gesichtet und erfasst wurde ?
    Unter welchem Begriff fand die Erfassung statt ?
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  8. #8
    Stammuser Avatar von vera
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    Standard AW: Bernsteinzimmer Phase II - Königsberger Tage

    Zitat Zitat von Condor66 Beitrag anzeigen
    J, aber wann genau war der Brand?
    Am 23. Oktober 1943 gegen 23 Uhr brach der Brand im Südflügel des Königsberger Schlosses aus.

    Quelle: Das Königsberger Schloss: Eine Bau- und Kulturgeschichte Bd. 2. Von Friedrich dem Großen bis zur Sprengung (1740-1967/68). Das Schicksal seiner Sammlungen nach 1945
    http://www.amazon.de/Das-Königsberge...8782658&sr=1-3

  9. #9
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    Standard AW: Bernsteinzimmer Phase II - Königsberger Tage

    Die Erfassung soll wohl im Dezember 1941 stattgefunden haben. Begrifflich wurde das Objekt unter Bernsteinkabinett gefasst.

    Was den Brand angeht, da haben wir wieder mindestens zwei verschiedene Daten.
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  10. #10
    Stammuser Avatar von vera
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    Standard AW: Bernsteinzimmer Phase II - Königsberger Tage

    Zitat Zitat von Kracher Beitrag anzeigen
    Was den Brand angeht, da haben wir wieder mindestens zwei verschiedene Daten.

    Ich weiß nicht wie Paul Enke auf das Frühjahr 1944 kommt, es spricht jedenfalls Vieles dafür, dass der Brand am 28.10.1943 stattgefunden hatte:

    In dem oben zitierten Buch über das Schloss Königsberg heißt es:

    Die Ausstellung ["Unser Heer"; Ergänzung von mir] wurde um Mittwoch, dem 20. Oktober 1943 in der festlich dekorierten "Ehrenhalle" eröffnet. Zahlreiche Ehrengäste aus Heer, Partei und Staat versammelten sich hierzu. Die Eröffnung begann mit dem "Concerto grosso Nr. 18" von Händel. Gedichte und weitere Musikstücke gingen der Eröffnungsansprache voraus, in der "Unser Heer" als zur "seelischen Stärkung der Heimat" bezeichnet wurde, und es weiter hieß: "Und dann wenden sie [die Ausstellung] sich an die deutschen Jungen, an die Soldaten von morgen. Sie sollen erfüllt werden mit soldatischem Geist, und es soll in ihnen der Wehrwille zum soldatischen Einsatz geweckt werden.“

    Doch eine Woche später, am 28. Oktober brach, wie ein Vorzeichen kommenden Unheils, im Obergeschoss des mittleren Südflügels um 23 Uhr ein Brand aus. Dr. Rohde wurde sofort ins Schloss bestellt und sorgte dafür, dass die Brandschutztür zum Unfriedtbau geschlossen wurde, damit vor allem das Bernsteinzimmer geschützt wurde; dennoch waren bereits Rauchschaden zu beklagen, ein weißer Belag hatte sich im Zimmer verbreitet, der in mühevoller Arbeit entfernt werden musste. Der Brand konnte, ohne dass er auf andere Flügel übergriff, innerhalb von drei Stunden durch die Königsberger Feuerwehr (Feuer- und Luftschutzpolizei) gelöscht werden.
    In der Presse heißt es: „Glücklicherweise sind alle künstlerisch wertvollen Gegenstände, die das Schloss barg, vom Feuer verschont geblieben; selbst die volkskundlichen Gegenstände, die in den Kabinen hinter dem Krönungsgang ausgestellt waren., blieben erhalten (…) Ebenso sind die in Vitrinen aufbewahrten kostbaren Porzellangegenstände unbeschädigt.“, zumal aus Luftschutzgründen weitere Bereiche der Sammlungen schön seit längerer Zeit ausgelagert waren.

    Dazu gehörten die wertvollsten Porzellanstücke, ein Teil der Bernsteinarbeiten, die Vasen, Teller und Medaillons der Collin- und Ehrenreichschen Manufakturen und die Kunst des Biedermeier und Empire. So zerstörte der Brand allein mehrere Räume des Krönungsganges und dort vier Bereiche der Wehrmachtsausstellung. Drei Tage später, am 31.10.1943, wurde bekannt gegeben:“ Die Kunstsammlungen der Stadt Königsberg geschlossen. Wie uns mitgeteilt wird, bleiben die Kunstsammlungen der Stadt Königsberg im Schloss bis auf weiteres geschlossen.“
    Die Brandursache konnte nicht geklärt werden.
    Interessant fand ich hier den Satz: "zumal aus Luftschutzgründen weitere Bereiche der Sammlungen schön seit längerer Zeit ausgelagert waren. Dazu gehörten die wertvollsten Porzellanstücke, ein Teil der Bernsteinarbeiten,"


    Lotti Rohde schrieb 1960 in einem Brief:

    [...]
    Ich entsinne mich nun noch an folgende Einzelheiten über das Schicksal des Bernsteinzimmers:

    1943 oder 1944 fand in den Ausstellungsräumen der Kunstsammlungen eine Wehrmachtsausstellung statt, in der aus nicht geklärten Gründen eines Nachts Feuer ausbrach. Mein Vater wurde mitten in der Nacht angerufen und fuhr sofort ins Schloß. Dort sorgte er dafür, daß die zum dritten Stockwerk - wo sich das Bernsteinzimmer befand - befindliche Eisentür geschlossen wurde, damit dieses nicht auch ein Raub der Flammen würde. Jedoch waren bereits Rauchschäden entstanden und der Bernstein hatte zum Teil einen weißen Belag, der dann aber in mühevoller Arbeit wieder entfernt werden konnte.
    Den Pressebericht von Ende Oktober 1943 bekomme ich im Laufe des Tages.

    Nebenbei: Im Brief von Lotti Rohde heißt es weiter:

    Bestätigen kann ich, daß mein Vater wußte, wo sich die Kunstschätze aus Minsk und Kiew befanden.
    [...]
    Als ich Ende Januar 1945 Königsberg verließ, machte ich mir große Sorgen um meine zurückbleibenden Eltern, doch beruhigte mich mein Vater, indem er mir sagte, daß er vor den Russen keine Angst zu haben brauche, da er in der Lage sei, sie über den Verbleib der besagten Kunstschätze aufzuklären.

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