Die Ausstellung ["Unser Heer";
Ergänzung von mir] wurde um Mittwoch, dem 20. Oktober 1943 in der festlich dekorierten "Ehrenhalle" eröffnet. Zahlreiche Ehrengäste aus Heer, Partei und Staat versammelten sich hierzu. Die Eröffnung begann mit dem "Concerto grosso Nr. 18" von Händel. Gedichte und weitere Musikstücke gingen der Eröffnungsansprache voraus, in der "Unser Heer" als zur "seelischen Stärkung der Heimat" bezeichnet wurde, und es weiter hieß: "Und dann wenden sie [die Ausstellung] sich an die deutschen Jungen, an die Soldaten von morgen. Sie sollen erfüllt werden mit soldatischem Geist, und es soll in ihnen der Wehrwille zum soldatischen Einsatz geweckt werden.“
Doch eine Woche später, am 28. Oktober brach, wie ein Vorzeichen kommenden Unheils, im Obergeschoss des mittleren Südflügels um 23 Uhr ein Brand aus. Dr. Rohde wurde sofort ins Schloss bestellt und sorgte dafür, dass die Brandschutztür zum Unfriedtbau geschlossen wurde, damit vor allem das Bernsteinzimmer geschützt wurde; dennoch waren bereits Rauchschaden zu beklagen, ein weißer Belag hatte sich im Zimmer verbreitet, der in mühevoller Arbeit entfernt werden musste. Der Brand konnte, ohne dass er auf andere Flügel übergriff, innerhalb von drei Stunden durch die Königsberger Feuerwehr (Feuer- und Luftschutzpolizei) gelöscht werden.
In der Presse heißt es: „Glücklicherweise sind alle künstlerisch wertvollen Gegenstände, die das Schloss barg, vom Feuer verschont geblieben; selbst die volkskundlichen Gegenstände, die in den Kabinen hinter dem Krönungsgang ausgestellt waren., blieben erhalten (…) Ebenso sind die in Vitrinen aufbewahrten kostbaren Porzellangegenstände unbeschädigt.“, zumal aus Luftschutzgründen weitere Bereiche der Sammlungen schön seit längerer Zeit ausgelagert waren.
Dazu gehörten die wertvollsten Porzellanstücke, ein Teil der Bernsteinarbeiten, die Vasen, Teller und Medaillons der Collin- und Ehrenreichschen Manufakturen und die Kunst des Biedermeier und Empire. So zerstörte der Brand allein mehrere Räume des Krönungsganges und dort vier Bereiche der Wehrmachtsausstellung. Drei Tage später, am 31.10.1943, wurde bekannt gegeben:“ Die Kunstsammlungen der Stadt Königsberg geschlossen. Wie uns mitgeteilt wird, bleiben die Kunstsammlungen der Stadt Königsberg im Schloss bis auf weiteres geschlossen.“
Die Brandursache konnte nicht geklärt werden.