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  1. #1
    Titel selbst wählen Avatar von Thom
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    Standard 16.04.2005 Suche nach 8 Kriegstoten

    Hier mal ein Ereignisbericht vom 16.04.05.
    An diesem Tag fuhren wir in die Nähe von Peenemünde, in den Ort F....

    Einige Wochen zuvor wurde der Verein Mythos e.V. gefragt, ob wir bei der Suche bzw. Lokalisierung von Kriegstoten helfen können.

    Mit dabei waren Mgrafzahn, C4, Kloppe, Jay Dee, HHRadi, Sören, Ingo und Thom.
    Freundlicherweise wurde uns für die Fahrt ein Mercedes Vito von der Fa. Horst Ziems Recycling Malchow zur Verfügung gestellt.

    Unser Auftrag bestand darin, 8 Kriegstote(Zivilisten) die auf einer Wiese am Greifswalder Bodden vergraben wurden, zu orten und die Fundstellen für die spätere Bergung zu markieren.

    Vor Ort trafen wir den Hinweisgeber und Auftraggeber, Herr Schönrock und den Zeitzeugen Herr Wegner, der damals, 11 jährig, die aufgeschüttete Erde in Form eines Grabhügels gesehen hatte.
    Die Stelle konnte er ungefähr zeigen.
    Später traf auch ein Mitarbeiter der örtlichen Zeitung Nordkurier ein.

    Zu Beginn der Suche setzten wir erst einmal unsere Detektoren ein.
    Ergebnis dessen war der Fund einer 50 Pf. Münze(Kaiserreich), 1 verrostetes Taschenmesser, 1 altes Feuerzeug. Dazu viel Draht, Ketten, Metallzaunpfähle etc.
    Dann begann das Graben. Und das war harte Arbeit!!!!!!
    Sogar der Journalist vom Nordkurier packte mit an.(Respekt!!!)
    Stundenlang gruben wir weiter und tiefer ohne ein Hinweis bzw. Knochen zu finden.
    Gegen 14:00 Uhr beendeten wir die Suche.Leider ohne Ergebnis.
    Etwas entäuscht waren wir schon aber soviel ist gewiss, wir fahren noch einmal dorthin und setzen die Suche da an, wo wir aufgehört haben.

    Herr Schönrock brachte uns wegen unserer Hartnäckigkeit und Engagement größten Respekt entgegen.
    An dieser Stelle ein großes Danke für die Bewirtung.(Es gab lecker Wildwurst und wäre nicht zu vergleichen mit einem Frühstück bei Mc Donalds....nicht wahr Jay Dee??)

    Um 16:00 Uhr machten wir uns auf den fast 3 stündigen Rückweg mit einem geplanten und einem ungeplanten Aufenthalt.

    Alles in allem eine tolle Aktion auch wenn wir keinen Erfolg hatten.
    An dieser Stelle nochmal Danke an die o.g Teilnehmer für die Einsatzbereitschaft!!!!!

    Als dann, Thom
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    Kincs ami nincs

  2. #2
    Stammuser Avatar von Mgrafzahn
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    Standard Re: 16.04.2005 Suche nach 8 Kriegstoten

    Und um diese Personen geht es unter anderem.
    Die Frau und die Kinder sollen dort liegen.

    Der Mann hat den Krieg überlebt.

    Den Mann oder möglicherweise dessen Kinder versuchen wir noch ausfindig zu machen.
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    Geändert von Mgrafzahn (20-04-2005 um 18:37 Uhr)
    Michael
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  3. #3
    Stammuser Avatar von C4
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    Standard Re: 16.04.2005 Suche nach 8 Kriegstoten

    So bekommen die Leute noch "ein Gesicht" quasi...

    Wie gehts übrigens deinem Auge..., MGrafzähnchen??
    Die Zeit ist ein Fluß , der mich fortreißt, doch bin ich der Fluß; sie ist der Tiger, der mich zerreißt, doch bin ich der Tiger; sie ist ein Feuer, das mich vernichtet, doch bin ich das Feuer.

    Jorge Luis Borges

  4. #4
    Stammuser Avatar von Mgrafzahn
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    Standard Re: 16.04.2005 Suche nach 8 Kriegstoten

    Herr Schönrock hat sich auch schon im Gästebuch bei www.gefallenenbergung.de verewigt
    Michael
    Retter von Bodenfunden aus Metall vor immissionsbedingter Schädigung

  5. #5
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    Avatar von Thom
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    Standard Re: 16.04.2005 Suche nach 8 Kriegstoten

    Harry oder Micha,

    vieleicht könnte einer von euch den Beitrag oder Bericht hierzu bei gefallenenbergung.de reinsetzen????

    Ist zwar kein Zeitungsartikel aber immerhin ein Bericht.


    Als dann, Thom
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  6. #6
    Titel selbst wählen Avatar von bobo
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    Standard Re: 16.04.2005 Suche nach 8 Kriegstoten

    Vielleicht wäre mal zu überlegen, besagt Stelle mit einem Gradiometer zu prospektieren. Würde mich gerne kostenfrei anbieten.
    MfG BOBO

  7. #7
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    Avatar von Thom
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    Standard Re: 16.04.2005 Suche nach 8 Kriegstoten

    Dein Angebot nehmen wir dankbar an, Bobo.
    Wäre schön, wenn Du beim nächsten mal dabei bist.


    Als dann, Thom
    Kincs ami nincs

  8. #8
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    Avatar von Thom
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    Standard Re: 16.04.2005 Suche nach 8 Kriegstoten

    Hier mal der Artikel im Anzeigenkurier Anklam des Nordkurier.Erschienen am 20.04.05
    Freundlicherweise durch den Journalist Herr Foetzke vorab per e-mail zur Verfügung gestellt.
    Den Zeitungsartikel selbst erhalte ich demnächst. Darin sind auch Bilder von der Aktion zu sehen.

    Auf den Spuren einer Tragödie an der Dänischen Wieck
    Familie aus Neuendorf wählte zum Kriegsende vor 60 Jahren den Freitod


    Neuendorf (AK/fk). Mitunter braucht es nur einen Auslöser, um eine große Leidenschaft zu entfachen. So war es auch bei Manfred Schönrock aus Freest. Vor zwei Jahren bekam die Tochter meines Cousins zur Hochzeit von ihren Eltern eine Ahnentafel geschenkt, erzählt der Waffenhändler. Irgendwie hat dies ihn dann selbst animiert, nach der Herkunft seiner Ahnen zu forschen. Und was der Freester in gut zwei Jahren zusammengetragen hat, kann sich sehen lassen. Gut vier Meter Wandfläche in einem Zimmer seines Hauses hat er mit den Ergebnissen der familiären Spurensuche drapiert. Dabei blieb diese nicht nur auf die Schönrock´sche Hauptlinie beschränkt. Selbst was die Ahnen seiner Mutter, Großmutter und Frau betrifft, ist der Freester voll im Bild. Was die Hauptlinie der Familie betrifft, konnte er die Vorfahren bis in das 18. Jahrhundert zurückverfolgen. 1755 lebte ein Martin Schönrock mit Frau und Kindern in Netzelkow auf der Insel Usedom. Ein Enkel des Stammvaters wurde 1772 in Zempin geboren, muss dann aber auf das Festland nach Kräslin übergesiedelt sein, wo er 1840 starb. Seitdem lässt sich die Ahnenreihe bis in die Gegenwart ohne Probleme fortführen.__
    " Angst vor der Roten Armee:
    Bei seinen Nachforschungen stieß der Freester jedoch auf eine Familientragödie, die am 2. Mai, genau 60 Jahre zurückliegt. Direkt an der Dänischen Wieck, einige hundert Meter vom Ortsteil Neuendorf Abbau entfernt, ging die bis dahin in Neuendorf lebende Familie des Großonkels Franz Schönrock in den Freitod. Die Goebbelsche Propagandamaschine hatte eine verhängnisvolle Arbeit geleistet. "Wenn de Russen kummen, bring´n wie uns üm", soll der Großonkel gesagt haben. Am bewussten 2. Mai war es dann soweit. Eine Nachbarin namens Mathilde Nehls überbrachte dem Großonkel die Nachricht von der anrückenden Roten Armee. Daraufhin nahm die Tragödie ihren Lauf. "Rita, die damals neun Jahre alte Tochter der Familie, hatte sich hinter einem Holzstapel versteckt. Ihr Vater soll sie regelrecht eingefangen haben", berichtet Manfred Schönrock, der dies von ehemaligen Nachbarn erfahren hat. Auf der Wiese zwischen Neuendorf Abbau und der Zuckerrüben-Verladestelle des Gutes Ludwigsburg an der Dänischen Wieck spielt sich das Furchtbare ab. Acht Menschen sollen dort in den Tod gegangen sein; der Großonkel Franz und seine Frau Frieda, die Töchter Rita, Bettie und Hertha sowie deren zwei Jahre alte Tochter Christine sowie besagte Nachbarin Nehls mit ihrer Tochter Emmy. Wie dies genau geschah bleibt im Dunklen. "Todesursache unbekannt" steht auf den erst im Oktober 1945 ausgestellten Totenscheinen. Eine Ausnahme gibt es hingegen. Der Totenschein für eines der Kinder wird erst im November ausgestellt mit dem Vermerk "Todesursache Ertrinken". Die Leichen sollen dann von Bewohnern aus Neuendorf auf der Wiese an der Dänischen Wieck verscharrt worden sein. So berichtete Else Schulz, wie ihr Vater aufgeregt nach Hause kam und Bettlaken für die Bestattung der Toten einsammelte. Jahre danach waren die Grabhügel sichtbar. Der Bauer, der das Land beackerte, soll seinen Pflug immer drum herum gelenkt haben. Als das Land dann in LPG-Regie bebaut wurde, wurden die Gräber eingeebnet. Vernünftige Ruhestätte für die Verwandten.Damit will sich Manfred Schönrock nicht zufrieden geben. Die Verwandten sollen eine vernünftige Ruhestätte erhalten. Unterstützt wird er dabei von den Mitgliedern des Mythos-Vereins, ein bundesweiter Interessenverband für praktisch-technische Geschichtsforschung. "Einen politischen Hintergrund gibt es dafür nicht", erklärt Thomas Möller aus Malchow, 2. Vereinsvorsitzender. Vielmehr sind es persönliche Lebenserfahrungen, die die Männer antreibt. "Viele von uns haben selbst Angehörige im Zweiten Weltkrieg verloren, teilweise ohne etwas über deren Schicksal zu wissen", erklärt Möller. Dass sich mitunter auch sechs Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg Licht in die damaligen Geschehnisse bringen lässt, ist für die Männer, die teils aus Dortmund, Hamburg und Berlin kommen, Antrieb für ihr freiwilliges Engagement. Mit Spaten und Schaufel aber auch mit Metalldetektoren und Magnetometer waren sie nun am vergangenen Sonnabend vor Ort um die Lage der sterblichen Überreste zu erkunden. Die Männer um Thomas Möller aus Malchow gehen voller Optimismus an die Arbeit. Der 72jährige Heinz Wegner aus Neuendorf, kann sich noch an die Lage der Grabhügel erinnern und hilft nun bei der Eingrenzung des Suchgebietes. Schnell findet der Suchtrupp ungezählte Metallteile. Ein verrostetes Taschenmesser, ein altes Feuerzeug, ja selbst ein 50-Pfennig-Stück fördern die Ausgräber zu Tage. Als bei den Probegrabungen gar ein Knochenfragment ans Tageslicht kommt, ist die Euphorie groß. â"Ich hab` es im Gefühl, dass wir bald mehr finden", sagt Thomas Möller und machten seinen Mitstreitern Mut. Doch das Gefühl täuscht ihn. Nach mehr als acht Stunden erfolglosen Buddelns stellt das Team die Arbeit ein. Vorerst. "Wir werden wiederkommen und suchen, bis wir etwas finden". Dass sie vielleicht auf dem Areal vergebens suchen, glauben die Vereinsmitglieder und auch Manfred Schönrock nicht. Denn wer sollte die sterblichen Überreste an einen anderen Ort verbracht haben?Zeitzeugen werden gesucht"Ich bin nicht enttäuscht", sagt Manfred Schönrock. Er hatte voraus gesehen, dass es nicht einfach wird, die Gräber zu lokalisieren. Aber mit der Gewissheit, dass die Männer vom "Mythos" e.V. ihn weiter unterstützen werden, bleibt er optimistisch. Bedanken will sich der Freester bisher bei allen, die ihn bei der Aufklärung der Umstände unterstützen sowie bei Landwirt Augustin aus Neuendorf, der die Suche auf dem von ihm bewirtschafteten Boden erlaubte. Doch Manfred Schönrock hofft auch auf weitere Zeitzeugen, die mit ihrem Wissen dazu beitragen können, die schrecklichen Ereignisse an der Dänischen Wieck aufzuklären. So möchte er Kontakt zu der Familie der damaligen Nachbarin Mathilde Nehls herstellen, die damals mit ihrer Tochter ebenfalls an der Dänischen Wieck mit in den Tod ging. Kontakt zu Manfred Schönrock ist telefonisch unter 038370 20205 möglich.
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  9. #9
    Titel selbst wählen Avatar von bobo
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    Standard Re: 16.04.2005 Suche nach 8 Kriegstoten

    Wie oben geschrieben, steht das Angebot. Nur ist es bei mir immer ein wenig fahrtechnisch schwierig.
    MfG BOBO

  10. #10
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    Avatar von Thom
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    Standard Re: 16.04.2005 Suche nach 8 Kriegstoten

    ......hier noch das Bild zu dem o.g. Zeitungsartikel aus dem AK des Nordkurier.

    (Man beachte: Auch Beamte können arbeiten :rofl: )


    Als dann, Thom

    (...und wie sollte es auch anders sein....der Jay Dee hat sich auch wieder in Szene gesetzt...
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    Geändert von Thom (02-05-2005 um 14:39 Uhr)
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