Keine gezielt abgefeuerte Atomrakete, sondern die Kräfte der Natur werden die »Dienststelle Marienthal« zerstören. Denn der südlich der Ex-Hauptstadt Bonn, zwischen Ahrweiler und Dernau mitten im Schiefergestein gelegene Regierungsbunker wird »rückgebaut«. Für manchen ist das die Entsorgung des »Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes«, eine unliebsame Altlast des einst geteilten Deutschland.
Der Bunker - Grundlage war ein Stollen, in dem schon Adolf Hitler Zwangsarbeiter V2-Raketen montieren ließ - wurde seit den 60er Jahren gebaut. Das 1972 fertiggestellte Stollensystem hatte eine Gesamtlänge von 19 Kilometern und eine Fläche von 83 000 Quadratmetern, es gab 936 Schlafzellen, 897 Büros, je fünf Kantinen, Kommandozentralen und Sanitätstrakte, zwei Hallen für Fahrräder und einen Raum für ökumenische Gottesdienste. Die Inneneinrichtung war karg, selbst der Bundeskanzler hätte auf einer Pritsche schlafen müssen, falls in einem Atomkrieg von Marienthal aus regiert worden wäre. Den »Ernstfall« probten Beamte und Statisten - sie ersetzten Politiker - alle zwei Jahre unter Beteiligung der NATO. Schon nach wenigen Tagen kam es dabei in der hermetisch abgeriegelten Festung im Berg zu Nervenzusammenbrüchen.
Daß es anders kam, ist dem Aachener Fotografen Andreas Magdanz zu verdanken
Andreas Magdanz: Dienststelle Marienthal. Eine Gebäudemonographie. Das großformatige Buch hat 160 Seiten, 100 Abbildungen (davon 20 farbig) und kostet 198,00 DM (ISBN-Nr. 3-00-005923-7)
Hinweis: Auf unserer Regierungsbunker CD sind über 50 Photos... und die kostet KEINE knap 200 DM
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